Blasmusik aus ganzem Herzen

Hartwig Kluge

Von Hartwig Kluge

Di, 28. November 2017

Stegen

Jahreskonzert des Musikvereins Wittental in der Kageneckhalle Stegen / Ehrung für Achim Fehr und Christoph Rombach.

STEGEN. Der Titel trifft zu und wird in Erinnerung bleiben: "Aus ganzem Herzen Blasmusik!" Diese Polka erklingt im zweiten Teil des Programms. Mit Freude und mit dem Herzen gestalten die 48 Musikerinnen und Musiker das Jahreskonzert des Musikvereins Wittental in der Kageneckhalle in Stegen.

Man spürt schon vor Beginn die herzliche und persönliche Atmosphäre der Veranstaltung. Vorsitzender Klaus Göppentin begrüßt fast jeden Gast mit Handschlag. Für ihn ist es nicht verwunderlich, dass die große Halle ganz gefüllt ist, denn neben Wittentälern kommen auch viele Besucher aus Stegen und Ebnet. Jedes Jahr spielt das Orchester drei große Konzerte, von denen das in der Adventszeit der Höhepunkt und das Ergebnis einer viermonatigen, intensiven Probezeit ist. Seit 41 Jahren ist Klaus Göppentin schon im Verein tätig und er schwärmt vom kameradschaftlichen Zusammenhalt des Orchesters, das im Ort eine wichtige soziale Funktion erfüllt. Am Beginn des Konzerts spielt die gemeinsame Jugendkapelle des Musikvereins Wittental und der Trachtenkapelle Stegen unter der Leitung von Benedikt Schwörer drei anspruchsvolle Stücke und erhält dafür herzlichen Beifall. Und großes Staunen dann im Publikum, als der Vorhang aufgeht und man sieht, wie das große Orchester den ganzen Bühnenraum einnimmt. Gut 15 Prozent der Wittentäler Einwohner sind dort versammelt und geben ein imposantes Bild ab, das durch die herbstliche Dekoration noch ergänzt wird. Zum ersten Mal führt der junge Flügelhornist Niklas Steinhart durchs Programm und kündigt jedes Stück launig mit kleinen Episoden an.

Der langjährige Dirigent der Blasmusik, Friedrich Weingärtner, wird mit viel Beifall begrüßt und legt gleich richtig los mit dem Konzertmarsch "Die Sonne geht auf". Als danach "Buglers Holiday" mit Anleihen an amerikanische Militärmusik erklingt und die drei Solotrompeter ihr Können zeigen, gibt es schon die ersten Beifallsstürme. Hier passen die Soli und die Orchestereinsätze perfekt zusammen und man bekommt ein Gefühl dafür, wie mitreißend Blasmusik sein kann. Ganz anders dann "Israeli Folk Songs", die ruhiger daherkommen und viel Gelegenheit zur Entfaltung der einzelnen Instrumente geben.

Nach der Pause dann wie üblich die Ehrungen für verdienstvolle Vereinsmitglieder. Der stellvertretende Vorsitzende des Oberbadischen Blasmusikverbandes, Georg Mayer, zeichnet Christoph Rombach für 25-jährige aktive Tätigkeit mit der silbernen Ehrennadel und Achim Fehr für 40-jährige Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel aus.

Gute Stimmung kommt anschließend gleich wieder auf mit dem "Andulka-Marsch", der auch im Repertoire von Ernst Mosch und seinen Egerländern nie fehlt. Und von Niklas Steinhart mit "Ohrwurmgefahr" angekündigt, wird dann ein Medley mit Schlagern aus den 30er Jahren dargeboten.

Viel Bekanntes und Berührendes – und bei "So schön wie heut" zeigt Dirigent Friedrich Weingärtner nochmal vollen Einsatz und wird gefeiert dafür. Das Konzert schließt mit "Guten Abend, gut’ Nacht" mit einer besinnlichen Komposition, und es ist erstaunlich, wie stimmungsvoll die Bläser die Vertonung dieses Stückes von Johannes Brahms gestalten. Nach fast drei Stunden ist Schluss und alle sind zufrieden: Das Publikum applaudiert lang und herzlich, das Orchester dankt den Zuhörern mit zwei Zugaben.