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24. Dezember 2011

Für jedes Enkelkind ein Schaf geschnitzt

WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: Die Krippe der Herz-Jesu-Gemeinde Stegen.

  1. Besonderheit der Krippe in Herz-Jesu: Am Tag der Erscheinung des Herrn sitzt das Jesuskind auf dem Schoss Mariens. Foto: Monika Rombach

  2. Lukas Ortlieb (rechts) überreicht Pater Roman Brud seinen Brunnen-Modellentwurf für die Herz-Jesu-Krippe 2012. Foto: monika rombach

BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland ebenso vor, wie Leute, die sich dem Krippenbau verschrieben haben. Heute: Die Krippe der Herz-Jesu Kirche Stegen.

Mesnerin Petra Sumser weckt wenige Tage vor Weihnachten Figuren und "Zutaten" aus dem Jahresschlaf. Das sitzende Kamel ist ihr Lieblingsstück, "es scharrt schon mit den Hufen", verweist sie mit liebevollem Blick in der Sakristei auf die helle Lindenholzfigur. Es ist eine Schnitzarbeit ihres Vaters, Konrad Ortlieb. Bunte Ketten hängen am Kamelsattel, sie stammen aus der Mission der Herz-Jesu-Priester in Südafrika. Weitere Dekorationsstücke entpuppen sich als Urlaubsmitbringsel aus verschiedenen Ländern. Vor allem die Ketten müssen fast jedes Jahr ergänzt werden, wenn neugierige Hände sie auf ihre "Echtheit" überprüfen (und manchmal vergessen, sie wieder zurückzuhängen). Stolz deutet sie auf die Rückseite des Kamelsattels, ihn ziert das Ortlieb’sche Familienwappen.

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Auch Ochs und Esel und die Schafe schnitzte Konrad Ortlieb, wobei die Anzahl der Schafe der der eigenen sieben Kinder und dem ersten Enkelkind entspricht. Sie der wachsenden Zahl seiner Enkel anzupassen, kommt der Opa heute nicht mehr nach.

Entgegen der altehrwürdigen katholischen Kirchen und Kapellen im Dreisamtal begann der Bau der Herz-Jesu Kirche erst 1959 unter Herz-Jesu-Priester Pater Rektor Haskamp. Sie steht unweit der Schlosskapelle auf dem Areal des ehemaligen Herz-Jesu-Klosters. Nach ihrer Benediktion 1962 durch Dekan Müller aus Breisach weihte Erzbischof Hermann Schäufele Kirche und Altar im Jahre 1965.

An "ärmliche Krippenfiguren in den Anfangsjahren, aus Stäben mit Kleidern dran und nur einem Schaf" kann sich Mesnerin Petra Sumser noch erinnern. "Richtig große Krippenfiguren konnten dann in den 60er Jahren dank der Unterstützung unserer rührigen Katholischen Frauengemeinschaft Stegen angeschafft werden".

Die beweglichen "Gliederpuppen" tragen Kleidung zum Wechseln und sind sehr geeignet, in verschiedenen Positionen platziert zu werden. Daher kann die Krippe auf den Altarstufen jedes Jahr wieder anders gestaltet werden.

Seit ihrer Kindheit ist die gebürtige Stegenerin eng mit der Herz-Jesu-Kirche verbunden. Mutter Getrud Ortlieb, gelernte Einzel- und Großhandelskauffrau, übernahm 1959/60 das Amt der Pfarrsekretärin, nachdem der damalige Pfarrer, der Herz-Jesu-Priester Pater Bruder, plötzlich eines Tages mit einem ganzen Stapel Kirchenakten bei ihr zuhause in der Küche aufgetaucht war; ein Pfarrbüro existierte damals noch nicht.

Später erhielt Gertrud Ortlieb bei ihren verschiedensten Aufgaben zunehmend Unterstützung durch die Tochter. Darunter die Pflege der Erstkommunion-Kutten, zunächst die Betreuung und später die Leitung der Sternsingergruppen wie auch die Gestaltung des Blumenteppichs der Fronleichnam-Station auf dem Rathausplatz. Dort helfen inzwischen bereits die Enkel mit.

2009 übernahmen Petra Sumser und Ehemann Rudolf den Mesnerdienst ganz. Ihren 15-jährigen Sohn Lukas zog es in die handwerklichen Fußstapfen Opa Konrads. Eine selbst angefertigte Holzbiege und ein beleuchtetes Lagerfeuer steuerte er vergangenes Jahr zur Krippe bei.

Mit seinem eigenen Entwurf eines Brunnens in der Hand, überraschte er nun Pater Roman Brud. Leiter der Seelsorgeeinheit Nördliches Dreisamtal, in der Sakristei.

Übrigens: Die Krippe der Herz-Jesu-Kirche weist eine Besonderheit auf: Am 6. Januar, dem Tag der Erscheinung des Herrn, wechselt das Jesuskind alljährlich traditionell aus der Krippe heraus auf den Schoss Mariens.

Autor: Monika Rombach