Stegen

Gemeinde Stegen baut finnische Holzhäuser für Flüchtlinge

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Do, 14. Dezember 2017 um 11:27 Uhr

Stegen

Hellgraue Kiefernholzfassade und hellblaue Fensterrahmen: So sollen die beiden Häuser einer finnischen Firma aussehen, die in Stegen für Flüchtlinge gebaut werden.

Ende September hatte der Stegener Gemeinderat die Errichtung von zwei Fertig-Holzhäusern der finnischen Firma Honka zur Unterbringung von Flüchtlingen beschlossen. Jetzt werden die Pläne konkret. In den beiden Häusern aus Kiefernholz entstehen im Gewerbepark im Anschluss an das Haus der Vereine acht Wohnungen für jeweils sechs Personen mit gemeinschaftlich zu nutzendem Küchen- und Sanitärbereich. Bei einer eventuell späteren Nutzungsänderung können die Wohnungen mit wenig Aufwand in Miet- oder Büroräume umgewandelt werden oder die Häuser ab- und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Nach Klärung der Vertragsdetails mit Geschäftsführer Erhard Heizler vom Honka Service-Center Süd aus Unteribental konnte der Bauantrag an das Landratsamt übergeben werden. Die Häuser sollen bereits Ende Januar fertiggestellt werden.

Haushaltspolitisch musste der Gemeinderat nun wegen des engen Zeit- und Zahlungsplans einen Beschluss über die Einstellung von überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 303 600 Euro für die Errichtung der Häuser und 20 000 Euro für die Erschließung fassen. Der Verwaltung zufolge ist diese Summe durch den Verzicht auf den ursprünglich geplanten Dachausbau gedeckt. Die Gesamtkosten für das Bauprojekt betragen der Gemeinde zufolge 768 000 Euro.

Der Gemeinderat stimmte dem Verwaltungsvorschlag zu. Offen war auch noch die straßen- und wegemäßige Erschließung. Gemeinderat Pit Müller kritisierte die in der Vorlage vorgesehene Abgrenzung des Grundstücks nach Westen zum Bauhof hin mit einem geschlossenen Tor als "unnötige Absperrung". Verwaltung und andere Gemeinderäte argumentierten dagegen mit Sicherheitsgründen, da auf dem angrenzenden Bauhofgelände Kommunalfahrzeuge rangieren müssen. Die Mehrheit des Rats folgte dieser Sichtweise. Ebenfalls mehrheitlich beschloss das Gremium, dass die Außenfassade hellgrau, die Fensterrahmen hellblau und die Dachziegel anthrazitfarben sein sollen.

Der Bauhof hat bereits Vorkehrungen hinsichtlich der Führung der Versorgungsleitungen in Richtung des Standorts der Häuser getroffen. Die Bauarbeiten können deshalb beginnen, sobald das Landratsamt den Bauantrag genehmigt hat.