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27. November 2010

Internetnutzer sollten Vorsicht walten lassen

Erwin Markowsky warnt in Stegen vor Gefahren des Mediums.

  1. Der Experte Erwin Markowsky (links) bei seinem Vortrag zur Sicherheit im Internet. Foto: Hans Jürgen Kugler

STEGEN. Der Referent bittet einen Zuhörer, mit einer Dame seiner Wahl mal eben vor die Tür zu gehen und sich mit ihr zu unterhalten. Er gibt dem jungen Mann noch ein – abgeschaltetes! - Handy mit. Der Zweck dieser Demonstration wird bald klar: Kaum ist der Mann mit Frau und Handy nach draußen entschwunden, kann jeder im Saal laut und deutlich vernehmen, was die beiden zu besprechen haben. Das Gleiche funktioniert analog übrigens auch mit der eingebauten Kamera in Handy und Laptop … Das Publikum ist sichtlich beeindruckt, wie einfach es ist, sich in ein normales Handy einzuhacken und in einen Spion zu verwandeln. Die Sparkasse Hochschwarzwald hatte den Internetexperten und "lizenzierten Hacker" Erwin Markowsky am Mittwoch in das Kolleg St. Sebastian eingeladen, um Lehrer, Eltern und Schüler über die Gefahren des Internets aufzuklären. Denn viele Jugendliche gehen allzu sorglos mit diesem Medium um, geben bereitwillig persönliche und vertrauliche Daten an völlig Unbekannte weiter, die sie über das Internet kennengelernt haben. Erwin Markowsky fragt: "Woher wissen Sie eigentlich, wer das ist, mit dem Sie da chatten?" und berichtet von einem Fall, in dem sich ein dreizehnjähriges Mädchen mit seinem Chatpartner schließlich auch im richtigen Leben verabredet hat. Zu dem Date kam allerdings nicht der süße, smarte Typ, mit dem sie zu chatten gemeint hatte, sondern ein 56-jähriger Mann, der das Treffen ausnutzte, um die junge Dame zu vergewaltigen. Markowsky rät eindringlich dazu, beim ersten Treffen mit einem Unbekannten möglichst immer einen Freund oder Bekannten dabeizuhaben, und sei es im Hintergrund, der im Notfall die Polizei rufen kann.

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Und: Das Internet "vergisst" nichts! Schon so mancher hoffnungsfrohe Stellenbewerber wurde im letzten Moment abgelehnt, weil sich im Internet so manch unvorteilhaftes Dokument aus wilden Studententagen oder sonstige unliebsame Überraschungen finden ließen. Generell gilt: Keine vertraulichen Daten weitergeben! Eltern sollten mit ihren Kindern offen über die Gefahren sprechen, die im Internet lauern. Das setzt natürlich voraus, dass in puncto Internetsicherheit die Eltern stets auf dem neuesten Stand sind.

Auch bei E-Mails gilt es, Vorsicht walten zu lassen. Markowsky fälscht mal eben, komplett mit Unterschrift und offiziellem Logo, einen Spendenaufruf von Angela Merkel an Kurt Beck: Terroristen hätten den Finanzminister entführt und drohten bei Nichtzahlung des Lösegeldes mit dessen Freilassung …

Trotz aktivierter Firewall und neuester Antivirensoftware heißt es vorsichtig zu sein beim Surfen. Erwin Markowsky zeigt, wie einfach es für einen Hacker ist, einen einmal erkannten Virus so zu verändern, dass er vom Virenschutz nicht mehr erkannt wird. Heutzutage kann man sich Trojaner selbst auf seriösen Seiten einfangen. Der Referent rät dazu, nicht den gängigsten Browser zu verwenden, und zum Surfen möglichst ein virtuelles System auf dem heimischen Computer zu benutzen.

Um auch beim Onlinebanking vor unliebsamen Überraschungen sicher zu sein, empfiehlt der Experte das Chip-TAN-Verfahren, wie es beispielsweise die Sparkasse verwendet.

Zum Ende der Veranstaltung erläutert der Referent anhand der "10 Gebote der Internetsicherheit" noch einmal die wichtigsten Grundregeln, die jeder Computernutzer beherzigen sollte und stellte sich zusammen mit den Experten der Sparkasse für die Fragen des Publikums zur Verfügung.

Die "10 Gebote" zur Sicherheit unter: http://www.8com.de/heimanwender.html

Autor: Hans Jürgen Kugler