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08. November 2017

Land steht dem BBZ zur Seite

Feierliche Übergabe des renovierten Gebäudes 14 im Stegener Schulzentrum für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche .

  1. Feierliche Schlüsselübergabe (von links): Finanzministerin Edith Sitzmann, Baudirektor Karl-Heinz Bühler und Schulleiterin Claudia Bärwaldt Foto: Erich Krieger

STEGEN. In der Aula des Bildungs- und Beratungszentrums für Kinder und Jugendliche mit Hörschädigung (BBZ) in Stegen wurde es still. Schon die ersten Töne eines besinnlichen Klavierstücks, gespielt von der Elftklässlerin Andrea Brandauer, schufen eine feierliche Stimmung. Zur Übergabe des von Grund auf renovierten und sanierten Hauses 14 auf dem Campus der sonderpädagogischen Einrichtung war hoher Besuch aus Stuttgart gekommen. Baden-Württembergs Finanzministerin Edith Sitzmann und Staatssekretär Volker Sebesta aus dem Kultusministerium waren zu diesem Anlass angereist.

Nach der musikalischen Eröffnung blickte der Leitende Baudirektor Karl-Heinz Bühler vom Amt Freiburg der Vermögen und Bau Baden-Württemberg, auf die Instandsetzungs- und Modernisierungsvorhaben im BBZ seit 2006 zurück. Das Freiburger Büro des Landesbetriebs ist dabei federführend tätig. Das BBZ sei ursprünglich im Zeitraum von 1970 bis 1985 in drei Bauabschnitten errichtet worden und der Zahn der Zeit und geänderte Auflagen für Sanitär- und Elektrotechnik sowie beim Brandschutz hätte das auf 25 Jahre ausgerichtete und vom Land finanzierte Sanierungskonzept notwendig gemacht. Im Haus 14 sei dies für eine Gesamtsumme von 2,5 Millionen Euro grundlegend geschehen.

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Das ehemalige, als solches nicht mehr benötigte Personalwohnheim beherberge nun eine Krankenstation, verschiedene Fachberatungsstellen und in den Obergeschossen Wohnräume für Internatsschüler der Oberstufe.

Ministerin Sitzmann zitierte Immanuel Kant: "Nicht sehen trennt von Dingen, nicht hören von den Menschen". Das BBZ in Stegen arbeite im Bereich Hören erfolgreich dagegen und biete heute ein Ganztagesbildungsangebot und somit entscheidende Hilfestellung für gleiche Chancen für hörgeschädigte Kinder und junge Erwachsene. Daher genieße das BBZ auch im Finanzministerium hohe Wertschätzung, "obwohl es teuer ist". Seit 2006 seien insgesamt 9,7 Millionen Euro Landesmittel in die Sanierung für die insgesamt 31 Gebäude des BBZ geflossen und der dritte Bauabschnitt mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro habe begonnen, so dass im Herbst 2018 die Sport- und Schwimmhalle wieder genutzt werden könnten. Staatssekretär Schebesta unterstrich als Vertreter des Kultusministeriums das inhaltliche Inklusionskonzept des BBZ und wies auf das Wahlrecht der Eltern für den Ort der sonderpädagogischen Betreuung ihrer Kinder bei Bedarf. Viele wählten dabei bewusst das BBZ Stegen, weil hier schulische Bildung in allen denkbaren Schulformen vom Kindergarten bis zum Abitur mit fachkundiger Beratung auch für Angehörige kombiniert sei.

BBZ-Schulleiterin Claudia Bärwaldt bekräftigte den letzteren Aspekt und sah darin einen wesentlichen Pfeiler für die Zukunftsfähigkeit der Einrichtung und den Auftrag, weiterhin zeitgemäße Konzepte zu entwickeln, die weit über die Einrichtungsgrenzen wirken können. Bürgermeisterin Fränzi Kleeb lobte die stets unproblematische und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen BBZ und politischer Gemeinde, obwohl das Zentrum als Landeseinrichtung nicht unter kommunaler Verwaltung stehe. Nicht zuletzt käme dies durch die vorübergehende Unterbringung des kommunalen Pflegedienstes im BBZ und durch die Beschäftigung eines gemeinsamen Jugendreferenten zum Ausdruck.

Der Reigen der Ansprachen wurde durch weitere Darbietungen von Schülern, darunter ein Gebärdensprachenlied einer Schülergruppe der Werkrealschule untermalt. Im Anschluss an den offiziellen Teil besichtigten die Gäste unter fachkundiger Führung von Claudia Bärwaldt das Haus 14.

Autor: Erich Krieger