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10. März 2010
Musik, die einst die Jakobspilger begleitete
In St. Jakobus war ein ungewöhnliches Konzert zu erleben, das "Die Freiburger Spielleyt" auf alten Instrumenten gaben.
STEGEN. "Der Weg ist das Ziel", seit Jahrhunderten teilen Pilger bei der Rückkehr aus der Zeit ihrer Abkehr vom Alltag diese Erkenntnis. Musikalisch überzeugten davon "Die Freiburger Spielleyt" beim Kirchenkonzert in St. Jakobus in Eschbach.
Eindrucksvoll interpretierte dieses inzwischen international begeisternde Ensemble für frühe Musik das Konzertthema "Pilgerwege – Musik auf dem Camino de Santiago", den Umgang mit und die Erfahrungen um Buße und Vergebung aus der zeit vom 12. bis 16. Jahrhundert inmitten einer Vielfalt längst vergessener Instrumente.
Pilger-Empfindungen zwischen Anspannung, Freude und Niedergeschlagenheit "auf sant Jacobs Strassen", mit Minimalgepäck "zwei par schuech, der (be)darf er wol, (und) ein schüssel bei der Flaschen" vertonten Maria Ferrés Renaissancegitarre, Albrecht Haafs Flöten und Jutta Haafs Harfe. Bernd Maiers Dudelsack, Drehleier und Schalmei, Viola de arco und Harfe, stimmten ein in Sehnsucht und Hoffnung daheim Wartender, begleitet von Murat Coskuns Handtrommeln.
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Glocken, Laute, und Schalmei schwangen in Freude an Begegnungen, Fiebern dem Ziel entgegen und Ausgelassenheit am Ziel. Immer dabei, dazwischen, darüber, begleitend, fordernd, bestimmend – der klar nuancierte Sopran Regina Kabis. Es war Musik aus der Handschrift des 12. Jahrhunderts, dem Codex Calixtinus, der ein- und mehrstimmigen Kirchengesänge. Musik, die durchwachte Nächte der Pilgergruppen erfüllte, in unterschiedlichsten Sprachen am Ziel, wo Sünden beklagt und Freude gefeiert wurde, ganz gleich, ob das Ziel Kathedrale von Santiago oder Marienwallfahrtsorte Montserrat oder Villasirga hießen, ob Pilger sangen oder tanzten, fromme Lieder wohlgemerkt. Seitlich und von oben umgaben Darstellungen und Gemälde aus dem Leben Mariens die Akteure und Besucher, links flankierte es die Statue des Heiligen Jakobus.
Meinrad Walter, Urheber der bedeutenden Eschbacher Kirchen-Konzert-Reihe, verwies auf die Reichhaltigkeit der künstlerischen Darstellung der Kirchenpatrone, Werke des begnadeten Herrgott-Schnitzers Matthias Faller unter den faszinierenden Deckengemälden des famosen Kirchenmalers Simon Göser und das alles unter dem Dach des altehrwürdigen Mauerwerks der ehemaligen Wallfahrtskirche Maria Lindenberg, Buchenbach, aus deren Steinen die Kirche St. Jakobus in Eschbach 1790 neu entstand.
Autor: Monika Rombach
