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28. Januar 2012

Pforte macht Worte

Sprechkunst im Kolleg.

  1. Thomas Pforte Foto: Schurig

STEGEN. Eine eindrucksvolle Erscheinung betritt das Kolleg St. Sebastian in Stegen. Ein Mann, ganz in Schwarz mit einem weißen, seidenen Schal, einem markanten Gesicht und zur Kleidung die passenden schwarzen, kleinen Ringellöckchen, zieht eine Augenbraue hoch und öffnet seinen Mund. Er hebt die Hand und gestikuliert darauf los. Mit Witzen, Gesang und englischen Versen kennt er sich bestens aus und strahlt dabei Offenheit zum Publikum aus.

Die Autoren, die er rezitiert, heißen: Ernst Jandl, Kurt Schwitters und Robert Gernhardt. Über 90 Stücke dieser drei Autoren gehören zum Repertoire von Thomas Pforte. Diese Meisterleistung des Auswendiglernens muss man sich erst einmal bewusst machen. Das Lustgefühl für Sprache kam ihm während seines Lehramtsstudiums an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Er sprudelt spielerisch fast unsinnig klingende Vokale aus seinem Mund heraus und bewegt sich dabei wie ein Roboter. Es fällt nicht immer leicht, gleich zu verstehen, was er sagen will. Es ist einfach unglaublich, mit welcher Macht des Wortes und Virtuosität der Stimme der Künstler vor dem Publikum agiert und es mitreißt. Mit kirschroten Bäckchen erntet er schließlich Applaus von Lehrern und Schülern für einen ungewöhnlichen, sprechgewaltigen Auftritt.

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Autor: Carl Schurig