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23. September 2009

Sogar das Zahnputzpulver wurde selbst gemacht

Die Stegener Wurzelkids – eine Freizeit wie zu Urgroßelterns Zeiten für hörgeschädigte und nicht-hörgeschädigte Kinder

  1. Selbstversorgung war angesagt bei dieser Freizeit: Stegener Wurzelkids beim Heidelbeersammeln Foto: privat

STEGEN (BZ). Der Förderkreis Offene Jugendarbeit Stegen e. V. bot im Rahmen des diesjährigen Sommerferienprogramms des DRK-Ortsverbandes Stegen erstmalig eine integrative natur- und erlebnispädagogische Freizeit für hörgeschädigte und nicht-hörgeschädigte Kinder und Jugendliche an.

Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen wurden bei der Auswahl der Teilnehmenden bevorzugt. Gefördert wurde die Freizeit von der Stiftung Kinderland, die das Gesamtkonzept mit 16 500 Euro bezuschusst. Damit ermöglicht es die Stiftung Kinderland, in den Sommerferien 2009, 2010 und 2011 eine integrative Freizeit anzubieten, die pro Kind zwischen 60 und 70 Euro kostet. Die 7-tägige Freizeit wurde durch geschulte und qualifizierte Fachkräfte betreut, was der intensiven Zusammenarbeit des Förderkreises mit dem BBZ Stegen, dem Jugendreferat Stegen und der "einfach-leben-Schule" in Stegen zu verdanken ist.

Unter dem Motto "Back to the roots" zogen 20 Wurzelkids mit sechs erfahrenen Betreuerinnen und Betreuern für 7 Tage auf die Hammerlochhütte am Thurner. Bei der Ferienfreizeit der "einfach leben"-Schule unter der Leitung der Ökopädagogin Gudrun Janoschka erwartete die Kinder zwischen 7 und 14 Jahren ein Leben wie zu Urgroßelterns Zeiten.

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Die abgelegene Waldgemeinschaft versorgte sich täglich selbst. So wurde zum Beispiel alles im Lehmofen gebacken und Marmelade aus selbst gesammelten Waldbeeren gekocht. Das Holz für die Feuerstellen musste täglich im Wald geholt und gesägt werden. Sogar das eigene Zahnputzpulver stellten die Wurzelkids wie die Altvorderen aus Asche, Kohle und Kräutern her. Für alle Arbeitsbereiche wurden täglich neue Teams gebildet.

In den Gesprächsrunden stellten die Kinder immer wieder erstaunt fest, dass das Arbeiten in der Gruppe großen Spaß macht und viele Dienste waren mit Freiwilligen doppelt besetzt. Als die Kinder am Ende der Ferienschule eine Note geben sollten, gab es neben vielen Einsern auch eine 2 – mit dem Kommentar "Die Freizeit war viel zu kurz!"

Autor: bz