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26. Februar 2010
Strikter Sparkurs bei Schulsanierung
Umbau und Erweiterung der Stegener Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule soll in den Sommerferien beginnen.
STEGEN (ide). Mit der Generalsanierung und der Erweiterung der Stegener Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule soll – wenn alles gut geht – in den Sommerferien begonnen werden. Bis dahin bleibt aber noch viel zu tun und zu diskutieren, was die jüngste Gemeinderatssitzung im Bürgersaal zeigte. Architekt Martin Götz stellte den Räten unter anderem seine Planungen zu Dach und Wärmedämmung vor.
Die Planung für die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Hauptsschule mit Werkrealschule zieht sich schon eine Weile hin. 2008, als die Planung bereits abgeschlossen war, musste diese wieder umgeworfen werden, da mit weniger Schülern in Zukunft zu rechnen war als bisher angenommen. Das Regierungspräsidium genehmigte die damaligen Pläne nicht. Und so musste eine Sparversion für die Sanierung und den Umbau her – in jeder Hinsicht. Der Anbau musste, auf Grund der prognostizierten Schülerzahlen, kleiner ausfallen und auch der finanzielle Rahmen änderte sich im Laufe der Zeit – auf Grund der allgemein schlechten Finanzsituation ist er eng gesteckt. Den Finanzrahmen einzuhalten sei sehr wichtig, "ansonsten verschulden wir uns total", sagte Bürgermeister Siegfried Kuster. Und so verwunderte es nicht, dass Architekt Martin Götz von "Daumenschrauben" sprach, die ihm bei der Planung angelegt worden seien.Werbung
Die momentane, bereits mehrfach modifizierte, Planung sieht vor, dass der Dachstuhl erhalten bleiben soll. Wie Götz am Dienstag Abend bekannt gab, müsse dieser aber verstärkt werden, sonst könne er die Dachlast nicht tragen. Ziegel wären beispielsweise zu schwer, weshalb nach Ansicht des Architekten, die einzig praktikable Lösung ein Industrieblechdach mit Wärmedämmung ist, vergleichbar mit dem Dach auf dem Bauhofsgebäude. Auch eine Photovoltaikanlage würde der Dachstuhl nicht tragen können. Neu wird zudem sein, dass das Dach nicht mehr, wie bisher, mit dem Mauerwerk abschließen, sondern überstehen wird.
Bislang hat das Schulgebäude auf den 17 Zentimeter starken Betonwänden keine Wärmedämmung – das soll sich dank der Sanierung ändern. Für die Fassaden, die nicht von Bällen, angelehnten Fahrrädern oder eventuellen Sprayern gefährdet sind, ist nach Architektenvorschlag ein Vollwärmeschutz vorgesehen. An den Giebelflächen, wie beispielsweise der nackten Betonwand auf der Dorfplatzseite, soll ein Wärmeschutz unter die Fassadenverkleidung. "Mineral- oder Steinwolle sind ein probates Mittel", sagte Architekt Götz auf Anfrage von CDU-Rat Stephan Gutzweiler. Zu umweltfreundlicheren Holzdämmstoffen würde er aus unterschiedlichen Gründen, darunter dem Brandschutz, nicht raten.
Grünen-Gemeinderätin Anke Fenning wollte wissen, ob eine Holzverkleidung grundsätzlich möglich sei. Götz verwies auf die hohen Unterhaltungskosten. Auch Holzfenster sind in der bisherigen Planung nicht vorgesehen – Kunststoffenster sollen es werden. Der Bürgermeister verteidigte nach Einwänden verschiedener Gemeinderäte diesen Ansatz: "Ich bin wirklich kein Freund von Kunststofffenstern, aber wir haben den obersten Grundsatz, dass dieser Umbau finanzierbar bleibt." Martin Götz verwies dabei auch auf die guten Wärmedämmeigenschaften von Kunststofffenstern. Überzeugt waren die Räte davon zwar nicht, doch die Finanzlage sprach für sich.
Insgesamt sind für die Sanierung und den Umbau der Schule 1,8 Millionen Euro vorgesehen. 240 000 Euro so genannte Fachförderung sind bereits genehmigt, ein Zuschuss aus dem Ausgleichsstock ist beantragt. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im April ausgeschrieben werden, so dass in den Sommerferien ein Großteil der Dacharbeiten und der Rohbau fertiggestellt werden könnten.
Natürlich sei nicht alles in den Ferien machbar, sagte Götz, auch während des Schulbetriebes müsse im kommenden Schuljahr mit Arbeiten gerechnet werden. Der Gemeinderat erklärte sich damit einverstanden, dass das Projekt auf der vorgestellten Basis vorerst weiterentwickelt werde.
Autor: ide
