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02. Juni 2009
Bischof kämpft gegen Industrie-Gift
Erschütternder Bericht von Erzbischof Pedro Baretto über die Situation im peruanischen Mantora-Tal / Gast in Steinen-Höllstein
STEINEN-HÖLLSTEIN. Tief berührt waren die rund 50 Zuhörerinnen und Zuhörer im Gemeindesaal "St. Bernhard" in Höllstein über das, was Erzbischof Pedro Baretto aus Peru über seinen mutigen Einsatz für die Menschen im Mantora-Tal berichtete.
Auf dem Satellitenfoto sieht das Gebiet fast so aus, als wäre es mit weißem Schnee bedeckt. Doch was auf den ersten Blick wie eine winterliche Idylle erscheint, sind die Hinterlassenschaften einer Schmelzhütte, die den Menschen in La Oroya im Mantora-Tal zwar Arbeit und Einkommen verschaffen, gleichzeitig aber ihre Lebensgrundlage zerstören. Nicht nur das an sich fruchtbare Erdreich rund um die 63000 Einwohner zählende Anden-Stadt ist total verseucht, auch der Mantora-Fluss und vor allem die Luft sind extrem mit Schadstoffen belastet.La Oroya gehört inzwischen zu den zehn am meisten verschmutzten Orten dieser Erde. Die Ursache ist klar: Schuld ist eindeutig die völlig veraltete Schmelzhütte Doe Run, die mit ihren umweltzerstörenden Abgasen nicht nur die Luft extrem stark belastet. Durch verschmutzte Abwässer aus dem Werk sind auch der Mantora-Fluss und seine Nebengewässer enorm belastet. Braun-rot schlängelt sich der Fluss, mit dessen Wasser die Bauern ihre Äcker und Felder bewässern, durch das hoch gelegene Anden-Tal. Die enorm hohen Belastungen an Arsen, Blei und Cadmium führen bei vielen Menschen zu einer schleichenden Zerstörung der Gesundheit.
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So wundert es nicht, dass sechs von zehn Bewohnern von La Oroya an Krebs leiden, wie Bischof Baretto an Hand von erschütternden Einzelschicksalen belegte. Der Einbau von Filteranlagen könnte ein Großteil der Probleme lösen. Doch das Geld dafür sparen sich die Eigentümer des Unternehmens.
Vor allem die Kinder sind es, die stark unter den enormen Umweltbelastungen leiden. Die gemessenen Blei-Werte in ihren Körpern überschreiten oft ein Vielfaches dessen, was die Weltgesundheitsorganisation WHO als Grenzwerte festsetzt. Gerade ihnen, aber auch den Familien in und um La Oroya, gilt die Fürsorge von Erzbischof Pedro Baretto und seiner Helfer. Dafür nimmt der engagierte und mutige Kirchenmann sogar Todesdrohungen in Kauf. Das aber kann Bischof Baretto nicht schrecken. Bei seinem Einsatz für die betroffenen Menschen spricht er die Probleme offen gegenüber den Verantwortlichen der Firma an, die ursächlich für die Umweltkatastrophe im Mantora-Tal verantwortlich sind. Auch führte ihn sein Weg in die Hauptstadt Lima, wo er dem Umweltminister die katastrophale Lage der Menschen schilderte.
Leider blieben diese Bemühungen bis jetzt ohne nennenswerte Resonanz.
Dennoch wird Bischof Baretto nicht aufgeben. "Ich bin sicher, dass auch der heute total verschmutzte Rio Mantora eines Tages wieder sauberes Wasser führen wird, ähnlich dem Rhein, der vor Jahren ebenfalls durch Industrieabwässer belastet war und in dem inzwischen wieder Fische leben", berichtete Bischof Baretto über die Dolmetscher Josef Zeller und Rita Murrmann.
Um den Menschen – vor allem aber den Kindern in La Oroya – zu helfen, hat er Einrichtungen geschaffen, um die betroffenen Menschen mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen. Ebenso wird die gesundheitliche Fürsorge der arg geschundenen Menschen in La Oroya von Bischof Baretto tatkräftig unterstützt. Hilfe in Form von Spenden kann der engagierte Kirchenmann und Kämpfer für die Rechte der Armen gut gebrauchen. Dazu tragen die Partnerschaft mit der Erzdiözese Freiburg und der seit Jahren von Wolfgang Deschler geleitete "Peru-Kreis" der Höllsteiner Gemeinde Sankt Marien bei. In dem von Bischof Baretto zelebrierten Gottesdienst am Pfingstsonntag überreichte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Georg Schenk dem Bischof aus Peru ein Kuvert mit Spenden aus der Partnergemeinde.
Das Spendenkonto: Peru-Kreis,
Katholische Pfarrgemeinde Höllstein,
Konto-Nummer: 20-546123 bei der
Sparkasse Lörrach, Bankleitzahl 68350048.
Autor: Paul Berger
