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08. April 2010 13:02 Uhr

Gerissenes Reh wird untersucht

Luchs -Verdacht in Endenburg

Streift ein Luchs durch den Endenburger Wald? Diesen Verdacht äußerte Ortschaftsrat und Jagdpächter Ralf Herzog in der Ortschaftsratssitzung vom Mittwoch. Ein gefundenes totes Reh sei von einem Luchs gerissen worden, hatte Herzog vermutet. Wildbiologe Micha Herdtfelder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA), die das Tier untersucht, widerspricht aber. Gleichwohl ist die FVA im Südschwarzwald sehr aufmerksam, denn aus der Schweiz wandern immer wieder Luchse über die Grenze.

  1. Zu erkennen ist der Luchs an seinen charakteristischen Pinsel-Ohren und dem kleinen Stummelschwanz. Foto: dpa

STEINEN-ENDENBURG. Vor einigen Tagen ist im Endenburger Wald ein gerissenes Reh gefunden worden. Die Spuren an dem Tier könnten darauf hinweisen, dass da ein Luchs am Werk war, hatte Ralf Herzog vermutet. Zumal ein Bürger ein solches Tier unlängst in Endenburg gesehen haben will. Herzog zog die FVA in Freiburg zu Rate, die für die Überprüfung von Luchs-Hinweisen im Land zuständig ist. Der Wildtierbeauftragte des Landkreises hat das Tier zunächst untersucht, die typischen Fraßspuren des Luchses aber fehlten, erklärt Wildbiologe Micha Herdtfelder von der FVA auf BZ-Nachfrage.

"Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der Luchs den Kopf des Beutetieres abtrennt", erklärt Herdtfelder. In Wahrheit aber tut dies der Fuchs. Bei dem Reh aus Endenburg, dem der Kopf fehlte, sind wiederum nicht die typischen Bissverletzungen durch einen Fuchs gefunden worden. Darum werden Teile des Rehs weiter untersucht, sein Fell ist gerade auf dem Weg nach Freiburg. "Ein bisschen mysteriös ist der Fall schon", sagt Herdtfelder, da klare Tötungsspuren fehlten. Vielleicht sei das Tier eines natürlichen Todes gestorben – und ein Fuchs habe den Kopf im Nachhinein abgetrennt, so seine Vermutung.

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Micha Herdtfelder ist immer wieder im Südschwarzwald unterwegs, wenn Tierkadaver gefunden werden, die auf einen Luchs als Jäger hinweisen könnten. Das einzige Tier in Baden-Württemberg, bei dem es sich nachweislich um einen Luchs handelte, wurde allerdings im Januar 2007 auf der A 8 bei Laichingen überfahren.

Bei anderen Sichtungen vor allem nahe der Grenze, könnte es sich um aus der Schweiz zugewanderte Luchse handeln, so der Wildbiologe. Oder aber – und das kommt auch immer wieder vor – der vermeintliche Luchs-Beobachter hat sich geirrt. Derzeit ist die Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt dabei, bei allen in Gehegen lebenden Luchsen genetische Proben zu nehmen, um Sicherheit über die Herkunft zu haben, wenn ein solches Tier in freier Wildbahn angetroffen werden sollte.

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Autor: Heiner Fabry und Silke Kohlmann