27 tote Rinder

Festnahme nach Großbrand in Stall in Steinen – Verdacht auf Brandstiftung

Martin Klabund, Vera Winter, dpa, bz, aktualisiert um 16.15 Uhr

Von Martin Klabund, Vera Winter, dpa, BZ-Redaktion & aktualisiert um 16.15 Uhr

So, 18. Februar 2018 um 08:59 Uhr

Steinen

Der Stall eines Bauernhofes in Steinen ist abgebrannt. 27 Rinder starben, es besteht Verdacht auf Brandstiftung. Ein Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen.

In der Nacht zum Sonntag ist in Hüsingen der Stall eines Bauernhofs niedergebrannt. Laut aktueller Informationen sind offenbar insgesamt 27 Rinder dabei ums Leben gekommen. Menschen wurden nicht verletzt.

Wie die Polizei schreibt, wurde der Brand in den frühen Morgenstunden gegen 3.10 Uhr dem Führungs-und Lagezentrum gemeldet, bei der Integrierten Leitstelle in Lörrach gingen ebenfalls mehrere Notrufe in der gleichen Sache ein.

Die Brandursache ist noch unklar. Nach einer ersten Begutachtung durch einen Kriminaltechniker besteht allerdings der Verdacht auf Brandstiftung. In diesem Zusammenhang erhielt die Polizei einen Hinweis, der zu einer vorläufigen Festnahme führte. Ob die Person etwas mit der Sache zu tun hat, ist noch unklar. Dazu ermittelt aktuell die Kriminalpolizei. Der Brandort wurde beschlagnahmt und wird am Montag genauer untersucht, wozu ein Brandsachverständiger hinzugezogen werden soll, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit.

Zwölf Tiere wurden gerettet

Beim Eintreffen der Rettungsmannschaften stand das Ökonomiegebäude nahezu komplett in Flammen. Noch während des Erstangriffs der Feuerwehr wurde bekannt, dass sich in dem brennenden Gebäude noch etwa 40 Rinder befanden.

Davon sind 25 Rinder im Stall verendet, zwölf Tiere wurden gerettet, von denen allerdings zwei wenig später notgeschlachtet werden mussten, sagte Steinens Feuerwehrkommandant Walter Bachmann. Am Sonntagmittag waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst immer noch mit mit hohem Kräfteeinsatz vor Ort. Der Brand war zwar gelöscht, aber die Feuerwehr war noch bis in die Nacht zum Montag hinein mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Video: Großbrand auf einem Bauernhof in Steinen



Weil in dem Stall Kunstdünger gelagert wurde, musste in der Nacht der ABC-Schutztrupp aus Schopfheim nachalarmiert werden, um die Luft auf giftige Gase zu überprüfen. Ebenso war eine zweite Drehleiter aus Schopfheim an den Löscharbeiten beteiligt, zudem viele Feuerwehren aus den umliegenden Orten.

"Durch Knacken geweckt schaute mein Mann aus dem Fenster und sah den ganzen Himmel über Hüsingens Ortskern rot. Es traf alle wie ein Schock", beschreibt eine Anwohnerin die nächtliche Szenerie. "Es fuhr ein Feuerwehrauto durch die Straßen mit der Durchsage, dass ein Brand gelöscht wird und man vorbeugend die Fenster schließen solle", berichtet die Frau. Der Feuerwehr gelang es, ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude zu verhindern. Der Stall ist von Wohngebäuden umgeben.

Dank an die Rettungskräfte

Steinens Bürgermeister Gunther Braun machte sich noch in der Nacht auf zum Brandort und blieb dort auch bis zum Morgen. Braun bedankte sich für den Einsatz der Feuerwehr und der weiteren Rettungskräfte, es sei "bemerkenswert, wie schnell der Brand unter Kontrolle war".