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24. Oktober 2016

Generationswechsel der CDU

Benjamin Blum neuer Vorsitzender in Steinen / Bernhard Ebner zieht positive Bilanz nach 20 Jahren.

  1. Wechsel im CDU-Vorstand Steinen: Von links Fritz-Martin Weis, Marc Sutterer, Armin Schuster, Sabine Glaser, neuer Vorsitzender Benjamin Blum, Gabriele Kaiser-Bühler, Bernard Ebner und Wolfgang Deschler. Foto: Hege

STEINEN. Eine positive Bilanz zog der bisherige Ortsverbandsvorsitzende Bernhard Ebner bei der Jahreshauptversammlung der CDU Steinen am Freitag im "Vesuvio" nicht nur für das zurückliegende letzte Jahr, sondern auch für die übrigen 19 Jahre seiner Amtszeit. Als Nachfolger für Ebner wurde Benjamin Blum gewählt.

An der positiven Bilanz konnten nach Ebners Meinung auch die beiden jüngsten Wahlschlappen – Landtagswahl und Bürgermeisterwahl endeten "leider nicht so, wie sich das die CDU in der Gemeinde gewünscht hatte" – nichts ändern. Unter seiner Führung habe der Ortsverband die "leicht rötlich Null" in der Kasse unter Mithilfe von Fritz Förster ("der verstand es prima, die Mitglieder davon zu überzeugen, dass sie etwas tiefer in die Taschen greifen müssen") bald vergessen lassen.

Die Weihnachtsfeiern wurden durch Neujahrsempfänge ersetzt, 1997 habe die CDU mit für eine vernünftige Finanzierung des Bürgerhauses in Hüsingen gesorgt und 1998 mit Karl Frieder Hug eine Bürgerversammlung zum Thema "Knotenpunkt B 317" durchgeführt.

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1999 kam Günther Oettinger zu Besuch nach Steinen, 2000 wurde die Wiesenbrücke saniert, 2006 arbeitete Ebners Team mit an den Erfolgen von Ulrich Lusche (Landtag) und Armin Schuster, der 2009 zum Bundestagsabgeordneten gewählt wurde und seinen Erfolg fünf Jahre danach weiter ausbauen konnte. Unter den zahlreichen Projekten, an denen die CDU in der Gemeinde maßgeblich beteiligt gewesen sei, erinnerte Ebner vor allem an die "Steinemer Gespräche", die nicht zuletzt der Gemeinderatsfraktion wichtige Erkenntnisse über die Stimmungslage in der Bevölkerung vermittelt und sich damit "zu einem viel genutzten Sprachrohr für die Bürger im Kernort, wie auch in den Ortsteilen entwickelt" hätten.

Ebner bedauerte, dass die Mitgliederzahlen – die CDU zählt 29 Mitstreiter – hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Aufgabe, junge Menschen für die Politik zu begeistern, nimmt nun Benjamin Blum mit in sein neues Amt. Armin Schuster allerdings glaubt, dass solche Zahlen weit weniger wichtig sind als ein so "vitaler Kern" in der Vorstandschaft, wie ihn die CDU dank Bernhard Ebner und seiner Familie in Steinen vorweisen könne. Der Kreisvorsitzende bedauerte, dass "leider nur sehr wenige Menschen verstehen, dass Politik nicht einfach nur so da ist, sondern dass sie gemacht werden muss." Wer das erkenne, verstehe es auch, "Idioten, Chaoten und politische Geisterfahrer" im Zaum zu halten.

Kreispolitik: Kreisrat Wolfgang Deschler fasste für die Mitglieder des CDU-Ortsverbandes die wichtigsten Themen wie Zentralklinikum, die bevorstehende Erhöhung der Abfallgebühren, die Fortsachreibung des Nahverkehrsplanes, die Neuordnung des Berufsschulsystems, die dezentrale Ausweitung des Markus-Pflüger-Heims sowie die Diskussionen um Flüchtlingsunterkünfte, die einem endlich mal "e chlei wenig Luft zum Durchatmen" lassen, zusammen. Die Anforderungen im Kreistag an jedes einzelne Mitglied seien enorm, betonte Deschler. Aber es sei auch spannend und sehr interessant, an der Entwicklung des Landkreises aktiv beteiligt zu sein.

Gemeinderat: Marc Sutterer wies in seinem Bericht aus dem Gemeinderat darauf hin, dass die Fraktionen noch immer abwarten, bis sich die Verwaltung nach der Amtseinführung des Bürgermeisters Gunther Braun neu gefunden habe. Wie schon früher distanzierte sich Sutterer vom "Käseglocken-Denken anderer Fraktionen", die sich unter dem Deckmantel "sozial" oder "lebenswert" nicht gerade mit Ruhm bekleckert hätten. Dies habe sich unter anderem bei der Entscheidung gezeigt, einen vorhandenen zweigruppigen Kindergarten zu sanieren, ohne an mögliche Folgen zu denken. Gemeint war ein Urteil des BGH betreffs Schadenersatzpflicht der Gemeinde bei nicht ausreichenden Kita-Plätzen. Sutterer plädierte dafür, die "Steinemer Gespräche" unbedingt beizubehalten. Sie seien ein wichtiges Instrument, das die Fraktionsarbeit ungemein erleichtere.

ÜBRIGENS

Ohne Krawatte

Marc Sutterer kam "bewusst ohne Krawatte" zur Hauptversammlung der CDU Steinen. Armin Schuster ("Na, so alt bin ich ja nun auch noch nicht") legte seine Krawatte dann ebenfalls demonstrativ ab, nachdem Sutterer durch sein saloppes Auftreten den "Generationswechsel" zum Ausdruck brachte.  

Autor: hjh

Autor: Hans-Jürgen Hege