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17. November 2014

Gratisbetreuung für Kinder als Ziel

Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf stellt Weichen für künftige Gemeinderatsarbeit / Bühlers Ehrenbürgerwürde bleibt Thema.

  1. Der neu gewählte Gemeinschafts-Vorstand:Stephan Mohr (von links), Ulrike Mölbert, Christian Heichel und Britta Schuler. Foto: Proprenter

STEINEN. Eine kostenlose Grundbetreuung für Kinder ist die große Vision der Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf. Ob sich die realisieren lässt, soll im Dialog mit der Bevölkerung diskutiert werden, stellten die Mitglieder bei ihrer Hauptversammlung am Mittwoch in den Fokus. Die Gemeinschaft wählte Michael Schubert und Christian Heichel zu neuen Vorsitzenden. Trotz positiver Bilanz des Wahljahres sparten die Mitglieder nicht mit Kritik.

Als negative Begleiterscheinung der Sanierung und des Neubaus von Kindertageseinrichtungen sieht die Gemeinschaft die regelmäßig höheren Gebühren für Eltern. "Wir tun uns schwer damit, die Gebühren anzupassen, weil sie einheitlich und nicht sozial gestaffelt sind", erklärte Fraktionssprecher Stephan Mohr. Die Grundbetreuung, also während der Regelzeit, kostenlos anzubieten stellte Willibald Kerscher als große Idee und Wunsch auf lange Sicht vor. Dies könne durch eine Erhöhung der Grundsteuer B, die für bebaute und bebaubare Grundstücke und Gebäude erhoben wird, erreicht werden. Wenn die Gemeinschaft innerhalb der Fraktion eine Mehrheit für den Vorschlag bekommt, soll ein entsprechender Antrag in den Haushaltsberatungen eingebracht werden. Die Gemeinschaft hofft nun auf Feedback der Bürger. "Wenn alle Nein dazu sagen, müssen wir uns etwas anderes überlegen", so Mohr.

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Für das Quelle-Areal hofft die Gemeinschaft, dass der präferierte Entwurf nun genau so umgesetzt wird. "Nur dann hat er Charme", unterstrich Ulrike Mölbert, um jungen Familien eine Chance zu geben, soll die Gemeinde über eine Erbpacht nachdenken. Bedauert wurde aber, dass weder die Bürger noch die Agendagruppe AK Siedlungsentwicklung in die Entwurfs-Entscheidung eingebunden wurden.

Ihren Antrag, die Ehrenbürgerschaft für den wegen seiner NS-Vergangenheit umstrittenen Maler Hans-Adolf Bühler aufzuheben, möchte die Gemeinschaft zwar nicht erneut stellen, hofft aber, dass dies doch noch realisiert wird. Mohrs Wunsch ist es zudem nach wie vor, die Hans-Adolf-Bühler Straße umzubenennen. In Hansjörg Noes neu herausgekommenen Buch zur Ortsgeschichte "Hingeschaut" werde Bühlers Nazi-Vergangenheit klar belegt. "Mit den neuen Aspekten dürfte es dem ein oder anderen Gemeinderat leichter fallen, für eine Aufhebung zu stimmen", vermutete Kerscher. Auf den öffentlichen Diskurs legt die Gemeinschaft auch beim Kriegerdenkmal Wert . Und unterstützt die Forderung der Evangelischen Petrusgemeinde, aus dem Innern des Monuments die Zeitkapsel zu entfernen (siehe auch Seite 28).

Ein großes Thema bleibt auch der Verkehr. "Das Verkehrskonzept verläuft im Moment im Sande", so Mohr, besonders die Eisenbahnstraße müsse entlastet werden. Bei der nächsten Sitzung will die Gemeinschaft der Agendagruppe den Rücken stärken. Stillstand gibt es auch beim Arbeitskreis der Wirtschafts- und Gewerbeförderung. "Der Antrag wurde beschlossen, aber es passiert nichts", bedauerte Mohr. Mit Blick auf die bevorstehende Haushaltsdebatte hofft er auf einen einseitigen Entwurf der Verwaltung zu deren Zielen. Der rein zahlenbasierte Haushaltsplan hingegen sorge für "Nicht-Information durch Überinformation" kritisierte Mölbert, die Vergleichsdaten vermisst. Als Dauerthema sieht der scheidende Vorsitzende Jürgen Herrmann die Präsenz im Internet, die nicht aktuell sei. Hier soll künftig nahgebessert werden, etwa durch aktuelle Nachrichten aus dem Gemeinderat.

Mitglieder: 20.

Kontakt: Fraktionsvorsitzender Stephan Mohr, Tel. 0041/61/8552146. Vorsitzender Christian Heichel Tel. 07627/922103. http://www.gemeinschaft-steinen.de

Wahl: Vorsitzende Michael Schubert und Christian Heichel (für Jürgen Herrmann und Stephan Mohr). Beisitzer: Ulrike Mölbert, Britta Schuler und Stephan Mohr.

Autor: Martina Proprenter