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24. Oktober 2012

Mit Facebook zu neuem Schwung?

Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf wählt neuen Vorstand / Facebook-Seite soll frische Mitkämpfer bringen / Kritik an König.

  1. Gemeinschafts-Vorstand wieder komplett: Auf dem Foto (von links): Britta Schuler, Roland Räuber, Claudia Holzkamp, Jürgen Herrmann, Ulrike Mölbert und Stephan Mohr. Foto: Hans-Jürgen Hege

STEINEN. Hat sie nun einen "Knacks", die Gemeinschaft für ein lebenswertes Dorf? Oder teilt der Verein, der die zweitgrößte Fraktion am Ratstisch der Gemeinde stellt, das "Schicksal" der anderen politischen Gruppierungen im Dorf, die alle über stark nachlassendes Interesse an Strömungen oder Entwicklungen der Kommune klagen?

Bei der Hauptversammlung am Montag jedenfalls stellte Vorsitzender Jürgen Herrmann angesichts eines sehr spärlichen Besuchs fest, dass "Soll und Ist" doch recht weit auseinander driften. Aber: "Wir liegen voll im Trend", schmunzelte der Gemeinschaftssprecher.

Nach Ulrike Mölberts Rückzug aus dem Vorstand blieben Jürgen Herrmanns Appelle, es möge sich doch jemand zur Mitarbeit im Team bereit erklären, zunächst wirkungslos.

Erst später, nachdem sich ein Versammlungsteilnehmer "doch sehr gewundert" hatte darüber, dass sich niemand aus der Fraktion finden lasse, der die Arbeit der Vorstandschaft unterstützen wollte ("Wenn ich mich umschaue, sehe ich nur leere Gesichter!"), löste sich die kollektive Starre. Neben Stephan Mohr erklärten sich Roland Räuber und Britta Schuler bereit, das Vorstandsteam, zu dem weiter Ulrike Mölbert als Beisitzerin und Kassierern Claudia Holzkamp zählen, zu komplettieren.

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Und Herrmann fiel ein Stein vom Herzen: "Ich bin froh, dass die Kuh nun vom Eis ist und wir wieder handlungsfähig sind", atmete er auf. Zu Beginn des Abends hatte Fraktionssprecher Stephan Mohr von der Arbeit am Ratstisch berichtet. Als Gemeinschafts-Erfolge wertete er Projekte wie die SGS, die fast schon realisierte Rundumbetreuung in den Kindergärten und Schulen, Verkehrskonzepte, energetische Maßnahmen oder die kürzliche vorläufige Ablehnung der von der Verwaltung geplanten rund 20-prozentigen Erhöhung der Wasser- und Abwassergebühren im Gemeinderat.

Klar auch, dass Stephan Mohr keinen Bogen um das größte Sorgenkind seiner Fraktion machte: Die schier aussichtslos schlechte Haushaltssituation Steinens, die im Wissen um zahlreich anstehende Sanierungsprojekte ganz sicher nicht besser werde. Zumal, wie Willibald Kerscher ergänzte, "mit Rainer König ein Bürgermeister im Rathaus sitzt, der sich hartnäckig weigert, den Gemeinderäten eine Finanzplanung für die nächsten Jahre vorzulegen." Auf dem Rathaus herrsche in dieser Sache "absolute Stille". Man lebe von der Hand in den Mund und verbrate so die Zukunft der Gemeinde, ärgerte sich Willibald Kerscher. Kerscher sprach von einem "Desaster", das sich schon deshalb nicht verhindern lasse, weil der Bürgermeister nicht zulasse, dass brennende Probleme öffentlich diskutiert, sondern in nichtöffentlichen Sitzungen abgehandelt werden.

"Wir schwimmen", beteuerte auch Stephan Mohr und erinnerte daran, dass sich auch in Bezug auf die geforderte Parkraumbewirtschaftung zur Verhinderung des Leerstandes im Ortskern keine Lösungen anbieten: "Auch dazu gibt es leider nichts!" Neues dagegen bahnt sich bei der Gemeinschaft in punkto Öffentlichkeitsarbeit an. Neben der Webseite hält man es mittlerweile für notwendig, die politischen Inhalte zur Arbeit in der Kommune per Facebook zu verbreiten. "Auch wenn wir ganz persönlich nichts von dieser Plattform halten, wollen wir uns dem Zeitgeist nicht verschließen", sagten Stephan Mohr und Jürgen Herrmann. Das Posten im Web sei im Grunde die einzige Möglichkeit, an die Jugend bis 30 heranzukommen und den einen oder anderen für den Einsatz im Dienst der Allgemeinheit zu gewinnen.

Gemeinschaft im Netz

Facebook: http://www.facebook.com

Website: http://www.gemeinschaft-steinen.de

Autor: Hans-Jürgen Hege