Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

25. Oktober 2010

"Politische Handwerkskunst" belohnt

In diesem Jahr geht die CDU-Auszeichnung "Brägelpfanne" an den verdienten und engagierten Kommunalpolitiker Rainer Würger.

  1. „Do häsch de Brägel“: Die CDU-Brägelpfanne geht in diesem Jahr an Reiner Würger (Mitte). Ebenfalls auf dem Foto (von links) zu sehen sind Renate Würger, Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Deschler, Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche und CDU-Ortsvorsitzender Bernhard Ebner. Foto: Klaus Berger

STEINEN. Die "Brägelpfanne" geht dieses Jahr an Rainer Würger, Ex-Ortsvorsteher von Schlächtenhaus und seit einem Jahr CDU-Gemeinderat. Mit dieser Auszeichnung ehrt die CDU in Steinen seit Jahren besonders verdiente Persönlichkeiten.

Seit 26 Jahren ist der Kommunalpolitiker im Dienste der Gemeinde, wie Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche in seiner Laudatio betonte. Nachdem Würger von 1980 bis 1984 schon einmal dem Ortschaftsrat in Schlächtenhaus angehört hatte, kehrte er 1986 an den Ratstisch zurück – und wurde gleich Ortsvorsteher, obwohl er nicht für das Amt kandidiert hatte. "Do häsch de Brägel", würde da der Alemanne sagen, wie CDU-Landtagsabgeordneter Ulrich Lusche humorvoll anmerkte. Für Schlächtenhaus indes war er ein echter Glückstreffer. Angefangen vom Bau der Kanalisation in Hofen und Schlächtenhaus über die Neuanlage eines Parkplatzes bei der Hofener Kirche bis zum Erschließen eines neuen Baugebietes "Geisbühl" nahm sich Reiner Würger eine Reihe von Aufgaben vor. Ein Raum für die Jugend und für die Feuerwehr wurden eingerichtet, ein Buswartehäuschen wurde geschaffen, der Kindergarten erweitert. Auch die Wanderwege und der Grillplatz aufgemöbelt.

Werbung


Neben dem Hochwasserschutz für den Vogelpark bekam Schlächtenhaus mit dem Bau einer neuen Wasser-Verbundleitung über Weitenau auch ein sicheres Wasserversorgungsnetz. Kurzum, in Reiner Würgers Zeit als Ortsvorsteher habe sich die Lebensqualität merklich verbessert, so Lusche. Ebenso ein wichtiger Meilenstein, verbunden mit einem "enormen Kraftakt", war der Bau der Steinenberghalle. Ein erhebliches Maß an Eigeninitiative durch die Bevölkerung, aber auch Landeszuschüsse und der Beitrag des Hallenfördervereins sorgten dafür, dass sich die Kosten von 2,4 Millionen Mark auf 800 000 reduzierten. Würger selbst, so berichtete Lusche, habe 1996 anlässlich seines "zehnjährigen Dienstjubiläums" gesagt: "Es war eine Zeit, die sich für den Bürger und den Ort gelohnt haben." Würger habe stets das Prinzip verfolgt: "Nur gemeinsam können wir stark sein". Dass dieses bestens funktioniert, bewiesen die Schlächtenhausener auch 1991, als zu Ohren kam, dass auf ihrer Gemarkung eine neue Kreismülldeponie entstehen sollte. In der Bevölkerung herrschte damals Alarmstimmung. Würger habe Fingerspitzengefühl bewiesen und die Bevölkerung mit ihren Ängsten und Sorgen sofort in die Debatte mit einbezogen. "So wünscht man sich die politische Handwerkskunst", sagte dazu Lusche. Gerade in einer Zeit, wo der Ruf nach Mitsprache immer lauter werde, sei "Geradlinigkeit bei politischen Prozessen wichtiger denn je". Die Handelnden müssen glaubwürdig sein, allerdings müssten Mehrheitsentscheidungen auch akzeptiert werden. "Naht das Aus für die großen Volksparteien"? Diese Frage stellte Steinens CDU-Ortsvorsitzender Bernhard Ebner bereits bei der Begrüßung der Mitglieder und Repräsentanten bei der "Brägelpfannen-Verleihung". "Riskieren wir gar unsere politische Stabilität, um die Deutschland in den vergangenen Jahren beneidet wurde"?

Zusätzlich erhält Würger die Silberne Ehrennadel des Gemeindetages

Die Volksparteien – und somit auch die CDU –stünden vor einer intensiven Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entwicklungen und ihren Herausforderungen. Die Brägelpfanne war an diesem Abend nicht die einzige Auszeichnung, die Reiner Würger erhielt. Für sein langjähriges kommunalpolitisches Engagement wurde er von Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Deschler mit der "Silbernen Ehrennadel" des Gemeindetages von Baden-Württemberg geehrt. Auch CDU-Fraktionssprecher Benjamin Blum lobte Würgers politisches Engagement. Er nannte Würger einen wichtigen Voraus- und Querdenker von dessen Erfahrungen alle profitieren. Reiner Würger selbst sah das Ganze humorvoll. Er selbst stamme aus einer Buurefamilie "und do hät’s ebe öfter Brägel gäh. An de Brägelpfanne hät selbstverständlich Großmutter s’ Kommando g’ha". Doch nicht nur dort, ein gewisser Einfluss auf die Gemeindepolitik hatte die Großmutter ebenfalls. Denn als sein Großvater einst Bürgermeister werden wollte, drohte sie ihm: "Wenn du Burgermeister wirsch, los I mi scheide. Do häsch also de Brägel".

Autor: Klaus Berger