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06. November 2009

Singstunde in Mundart

Liedermacher und Mundartsänger Uli Führe begeisterte Kinder.

STEINEN-HÖLLSTEIN. Wer hat es schon einmal erlebt, dass Schüler nach dem Unterricht "Zugabe" rufen? Dem in der Region bekannten Liedermacher, Mundartsänger und Musikpädagogen Uli Führe ist diese seltene Auszeichnung widerfahren. 120 Grundschüler aus Höllstein klatschten, jubelten und winkten ihm zu und ein kleiner Steppke rief begeistert "Zugabe", nachdem der Liedermacher mit ihnen eine Stunde gesungen und sie dabei auf seiner Gitarre begleitet hatte.

Die Kinder sangen dabei enthusiastisch und aus voller Kehle, nicht etwa schüchtern und mit Piepsstimmchen. Auch die Lieder, die Führe ihnen erst beibrachte, wie das dreisprachige Dschungel-Lied oder "Guede Morge". Der Liedermacher schaffte es sogar, mit der gesamten Schar zwei Kanons zum Klingen zu bringen. Natürlich konnte er auch das allen Kindern bekannte Herbstlied "Der Herbst geht durch das Land", und durfte sie dabei sogar verbessern: "Der Herbst geht doch mit seinen schönen Farben nicht tapsig, sondern heiter und beschwingt", machte er den Kindern vor, und schon klang das Lied im zweiten Anlauf viel fröhlicher. "Un jetz isch us un nüt meh, züseli, büseli radädera…" Gleich zweimal sangen sie alle Liedstrophen mit Führe zum Abschluss. Nachdem sich die Kinder mit ihrem Applaus und, auf das Zeichen von Rektorin Susanne Kuri hin, mit einem lautstarken "Dankeschön" verabschiedet hatten, wollten viele dem Liedermacher eigens die Hand schütteln.

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Führe war im Rahmen des Landesprogramms "Mundartautoren in die Schule" nach Höllstein gekommen, das zur Pflege des heimatlichen Dialektes aufgelegt wurde. Er lobte Schüler und Lehrerkollegium: "Ihr habt hier eine gute Schulkultur." Die Schülerinnen und Schüler seien vertraut mit der Liedkultur, das merke er, so Führe. Er betonte gegenüber der BZ, dass die Realisierung so einer Veranstaltung eine Extraleistung der Lehrer sei. Sie sei wichtig, damit die fernseh- und videoverwöhnten Kinder merken, "es gibt auch lebendige Leute, die Musik machen".

In der Tat und was für welche! Und sie sprechen sogar die heimatliche Mundart.

Autor: Ingrid Jennert