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06. April 2011

Vom Erfolg bei Schülern überwältigt

Die Schulsozialarbeit in Steinen hat viele positive Aspekte / Gewünschte Ausweitung stößt aber an finanzielle Grenzen.

  1. Die Schulsozialarbeit hat sich in Steinen etabliert, finden Jugendpfleger Helmut Kolibaba und die Schulsozialarbeiter Tobias Hohenstatter und Jan Funke (Kaltenbachstiftung). Foto: Heiner Fabry

STEINEN. Seit zwei Jahren ist am Schulzentrum Steinen die Schulsozialarbeit in Kooperation mit der Kaltenbach-Stiftung realisiert und wird von allen Beteiligten als ein äußerst positives Angebot gewertet. Eine Ausweitung der Arbeit, wie sie von Schülern, Lehrern und der Gemeinde durchaus gewünscht wird, ist allerdings unter den derzeit geltenden Bedingungen nicht möglich.

Zwei volle Schuljahre wirkt Tobias Hohenstatter bereits als Schulsozialarbeiter am Schulzentrum Steinen. Der Mitarbeiter der Kaltenbach-Stiftung hat in dieser Zeit ein Angebot etabliert, das von Schülern, Schulleitung und den Lehrern hoch geschätzt und stark nachgefragt wird, wie Schulleiter Wolfgang Klingenfeld bestätigt. Das Angebot umfasst präventive Maßnahmen wie Konfliktbewältigung in Gruppen, Krisenintervention und Mediation in Klassen sowie gezielte Einzelfallhilfen unter Einbezug der Lehrer und Eltern.

"Die Arbeit hat sich sehr gut angelassen", findet Tobias Hohenstatter. "Gerade zu den Schülern konnten wir schnell ein solides Vertrauensverhältnis aufbauen, das die Basis für die Arbeit abgibt."Tobias Hohenstatter erhält Unterstützung von Jan Funke von der Kaltenbach-Stiftung. Während Funke verstärkt Klassenprojekte betreut, um Probleme in der Gemeinschaft zu lösen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen, engagiert sich Tobias Hohenstatter an der Grundschule im Bereich der Erlebnis-Pädagogik. Er unternimmt mit den Kindern zum Beispiel Ausflüge in den Wald und Aktivitäten, bei denen die sozialen Stärken der Kinder gefördert, aber auch Grenzen und Spielregeln vermittelt werden.

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Wichtig für die Arbeit der Schulsozialarbeiter ist die enge Vernetzung mit Jugendpfleger Helmut Kolibaba. "Tobias und Jan sind für die offene Jugendarbeit eine große Hilfe", bestätigt Helmut Kolibaba. Die beiden helfen mit im Schüler-Café und beteiligen sich an der Organisation von Ausflügen und Festen. "Je stärker wir uns in das Schulleben einbringen können, umso größer wird auch die Nachfrage nach unseren Angeboten", erläutern die Sozialarbeiter. Und gerade hier stoßen Tobias Hohenstatter und Jan Funke an ihre Grenzen. Die Kaltenbach-Stiftung stellt die beiden Fachkräfte zur Verfügung, die Finanzierung des 50-Prozent-Deputats übernimmt die Gemeinde. "Eine Ausweitung der Schulsozialarbeit wird tatsächlich von Schule und Schülern gewünscht", erklärt Wolfgang Klingenfeld, "aber so hoch das Engagement der Gemeinde auch gewertet werden muss, so müssen wir akzeptieren, dass mehr in der jetzigen Situation nicht machbar ist." Eine Sicht, die Bürgermeister Rainer König bestätigt. "Wir haben uns ganz bewusst für die Schulsozialarbeit am Schulzentrum entschieden und sind überzeugt, dass das eine hervorragende Sache ist." Die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde seien indes begrenzt. "Während früher die Kosten für Schulsozialarbeit zu je einem Drittel vom Land, vom Landkreis und von der Gemeinde getragen wurden, so liegen heute die Kosten in Steinen ausschließlich bei der Gemeinde", bedauert der Bürgermeister.

Im bisherigen Rahmen wird die Schulsozialarbeit fortgeführt, darin sind sich alle Beteiligten einig. Ob die neuen politischen Verhältnisse im Land dazu führen werden, dass der Schulsozialarbeit vom Land wieder die (finanzielle Würdigung entgegengebracht wird, die ihr zusteht, bleibt allerdings abzuwarten.

Autor: Heiner Fabry