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02. Februar 2012
Yanina König: Die sanfte Karate-Kämpferin
Für die 16-jährige Yanina König aus Maulburg ist Karate ein wertvoller Teil ihres Lebens / 2011 war ein Jahr der sportlichen Erfolge.
MAULBURG. Das Jahr 2011 war für die 16-jährige Yanina König aus Maulburg eine Zeit großer sportlicher und persönlicher Erfolge. Im Mai absolvierte die junge Karateka die Prüfungen zum schwarzen Gürtel im Fudokan-Karate mit Auszeichnung. Im Juni errang sie den Titel einer deutschen Vizemeisterin. Die Krönung folgte im Herbst, als sie bei den Fudokan-Karate-Weltmeisterschaften in Belgrad überraschend den dritten Platz belegte und mit der Bronzemedaille ausgezeichnet wurde.
Wer nach solchen sportlichen Erfolgen eine junge Kämpferin erwartet, ist sehr überrascht, einer sanften, zurückhaltenden und sehr herzlichen jungen Frau zu begegnen. Wie gestaltet sich das Leben einer so erfolgreichen Sportlerin? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Neben der Schule und dem Training bleibt nicht viel Platz für etwas anderes", berichtet Yanina. Sie geht in Freiburg aufs Gymnasium, bereitet sich auf das Abitur vor und lebt bei Vater Karl-Heinz König in Tunsel bei Bad Krozingen oder in Maulburg bei der Mutter.Auch das Training findet in Tunsel oder im Shotokan-Dojo in Steinen statt. Die Frage, wie man bei einem Vater, der begeisterter Karate-Trainer ist, zu diesem Sport kommt, erübrigt sich natürlich. Aber warum bleibt man dabei? Da wird die fröhliche junge Frau dann doch ernst. "Am Anfang war es schon schwer", gibt sie zu, "aber wenn man sich auf die Lehre, auf die Werte einlässt, die im Fudokan-Karate vermittelt werden, bemerkt man, dass diese Werte einen den ganzen Tag begleiten."
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Fudokan-Karate ist eben nicht nur ein Kampfsport, sondern ein System, das dem Karateka viel gibt. "Für mich ist zum Beispiel immer wieder überraschend, dass ich mich nach dem Training nicht müde fühle", erzählt Yanina König. "Karate ist zu einem wertvollen Teil meines Lebens geworden. Es macht mich glücklich." Und ihr Dank gilt der Familie, die sie immer wieder unterstützt hat, wenn es einmal schwierig wurde.
Es sind traditionelle Werte, die vermittelt werden. Natürlich zählen die Körperbeherrschung und die Disziplin dazu, vor allem aber werden der Respekt vor dem Mitmenschen und ein Bewusstsein der Würde vermittelt. Das beginnt mit dem Respekt vor dem Trainer, den die Kinder im Dojo schon lernen und der bald zum Respekt vor den Mitschülern wird.
"Das Gruppengefühl und die Gemeinschaft, die daraus entstehen, sind sehr stark", berichtet Yanina, die eine Zeitlang die Kinder trainiert hat. "Wenn die Kleinen kommen, haben sie irgendwelche Vorstellungen von spektakulären Sprüngen und Zweikämpfen und hampeln kräftig herum", lacht sie. "Aber je länger sie Karate üben, um so mehr legt sich das. Die Disziplin und den Respekt nimmt man mit ins private Leben."
Natürlich ist Yanina König stolz auf ihre Titel und die Erfolge bei den Wettkämpfen. Ihr privates Leben wird davon nicht wesentlich berührt. "Wenn mal wieder was in der Zeitung steht, dann gibt es schon Kommentare im Freundeskreis", räumt sie ein, "aber viele wissen auch gar nicht, was ich in der Freizeit mache." Der Eindruck von Bescheidenheit, von Konzentration und innerer Ruhe, den Yanina König im Gespräch vermittelt, ist äußerst stark. Wie wird es sportlich weiter gehen? Im Mai 2013 sind Europa-Meisterschaften, Yanina wird wieder mit dabei sein. Hat sie sich Ziele gesetzt? Nein, man wird sehen, wie die Wettkämpfe ablaufen, lacht sie, aber in ihren Augen blitzt es.
Autor: Heiner Fabry


