Stimmgewaltiges Konzert und sakrale Momente

Hans Jürgen Kugler

Von Hans Jürgen Kugler

Do, 15. März 2018

Sölden

Frauenchor Karibu Sölden und Männergesangverein Sölden-Bollschweil zeigen ihr Können in der Kirche St. Fides und Markus.

SÖLDEN. Ein ambitioniertes wie abwechslungsreiches Konzert gestalteten der Männergesangverein (MGV) Sölden-Bollschweil und der Frauenchor Karibu Sölden nebst einigen Solisten in der Kirche St. Fides und Markus.

Mit einem fröhlichen "Hallelujah" des israelischen Komponisten Kobi Oshrat, mit der die Popsängerin Gali Atari 1979 den Eurovision Songcontest gewann, machte der Männergesangverein den Auftakt. Den Gospel "Lay down, sweet chariot" interpretierten die Sänger in einem Arrangement von Peter Deutsch. Der jüdische Musiker musste das Stück im Konzentrationslager Theresienstadt für einen Nazi-Propagandafilm bearbeiten.

Aus düsteren Zeiten stammte auch das Kirchenlied "Verleih uns Frieden gnädiglich", die Bearbeitung eines Gregorianischen Wechselgesanges in einer Nachdichtung Martin Luthers. Eine eindringliche Bitte um Frieden zur Zeit der Türkenkriege. Mit "Im Abendrot" von Franz Schubert beendete der Männergesangverein seinen ersten Auftritt.

Sanfte Klänge der Klarinette steuerte Anja Gutmann, am E-Piano begleitet von Hermann Haege, mit dem Adagio aus Mozarts Klarinettenkonzert solistisch bei. Eindrucksvoll gelang der Auftritt des Frauenchors Karibu mit dem Titel "Mother Earth". Die Sängerinnen verteilten sich in drei Ensembles im Kirchenraum und entfalteten so eine enorme akustische Raumwirkung mit eindrucksvollem sakralem Charakter. Diesseitiger dagegen erklangen der jazzige Gospel "Somewhere over the Rainbow" und "My Lord, what a moan", die Chorleiter Thomas Wiebe am Klavier begleitete.

Martin Kern als Tenor und Anja Gutmann an der Klarinette und interpretierten das "Panis angelicus" von César Franck, ein beliebter Gesang bei Hochzeitsfeiern. Mit einem seelenvollen Solo brillierte Bariton Manuel Marc mit dem MGV beim Gospel "O Happy Day" und in "Josua in the Battle of Jericho". Als sonorer russischer Männerchor präsentierte sich der Männergesangverein mit einem Stück aus der Feder von Peter Iljitsch Tschaikowsky. Einen ebenso gefühl- wie schwungvollen Klezmer präsentierte Anja Gutmann begleitet von Hermann Haege. Ausgelassen tanzende Melodiefragmente zu einer rhythmisch prägnanten Begleitung, die mit einem unerwartet zarten Schluss zu einem viel zu frühen Ende führen.

Als "ein bekanntes Abendlied" stellte Chorleiter Thomas Wiebe die Interpretation von "Der Mond ist aufgegangen" vor, innig und gefühlvoll vom Karibu-Chor ebenso wie eine aparte Bearbeitung für Frauenchor des berühmten "Hallelujah" von Leonard Cohen dargeboten.

Zum Abschluss des vielseitigen Programms präsentierten Frauen- und Männerchor gemeinsam den Gospel "No need to Lock" und eine moderne Tondichtung auf das Gedicht "Mondnacht" von Joseph Eichendorff, bei der Monika Biwald gefühlvoll das Solo sang. Mit bekannten Gospels wie "Swing low, sweet chariot" und "Good News" beendeten die vereinigten Chöre stimmgewaltig das Konzert.

Zur Zugabe musste auch das Publikum stimmlich mitarbeiten mit dem von den beiden Chorleitern als Kanon geplanten Gospel "I want to praise you, Lord" von Randy Newman und Sam Scott.