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23. Juni 2012

Stolze Bilanz auf und vor dem Platz

Der FC Steinen-Höllstein feiert an drei Tagen das 100-jährige Bestehen /Spannende Vereinsgeschichte seit 1912.

  1. 100 Jahre alt wird in diesem Jahr der FC Steinen, das wird am Wochenende 6. bis 8. Juli gebührend gefeiert. Foto: privat

STEINEN. Die umfangreiche Festschrift ist bereits auf dem Weg in die Druckerei, die letzten Planungen sind gelaufen und die Spannung steigt: Der FC Steinen-Höllstein freut sich riesig auf das Wochenende 6. bis 8. Juli, wenn im Rahmen einer bunten, zweitägigen Geburtstagsparty mit vorgeschaltetem Festbankett das 100-jährige Vereinsjubiläum begangen wird.

Es darf gefeiert werden: Der einstige Verbandsligist FC-Steinen-Höllstein spielt seit 2006 zwar "nur" noch in der Landesliga. Doch ist der Verein nach wie vor ein sportliches Aushängeschild im Wiesental, dessen lange Reihe von Erfolgen auf dem Fußballplatz beeindruckend ist. Und seit sich Peter Böhme vor drei Jahren erneut als Vorsitzender in die Pflicht hat nehmen lassen, haben sich auch die finanziellen Probleme, mit denen der FC viele Jahre zu kämpfen hatte, weitgehend erledigt. Beim Festbankett am Freitag 6. Juli, ab 19.30 Uhr, in der Wiesentalhalle besteht also mehr als ein Grund, entspannt Rückschau zu halten.

Zwei Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, im Frühjahr 1912, trafen sich acht wackere Fußballfans im Gasthaus Salmen, um den FC Steinen aus der Taufe zu heben. Emil Dörflinger wurde zum ersten Vorsitzenden des Vereins gewählt und wenn auch der fehlende Platz den Enthusiasmus ein wenig dämpfte, nahm die Zahl der Spieler schnell zu. Der entfesselte Krieg auf dem europäischen Kontinent brachte das Vereinsleben schon bald wieder zum Erliegen, doch im Jahr 1919 – gleich nach der Fusion mit dem FC Höllstein zum FC Steinen-Höllstein – ging es mit doppelter Kraft voran: Fußball entwickelte sich in der 1920er Jahren zum Volkssport, dem Steinener Verein brachte das einen Zuwachs auf 74 Mitglieder im Jahr 1920, von denen über die Hälfte auf dem Spielfeld aktiv waren. Auf dem neuen, im Jahr 1922 beim Bahnwärterhaus eingeweihten Platz, fand man dann endlich auch ein sportliches Zuhause. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug im Jahr 1922 übrigens bescheidene fünf Reichsmark, er sollte inflationsbedingt aber bald darauf auf 3000 Reichsmark pro Monat klettern. Auch die ersten sportlichen Erfolge stellten sich ein. 1921 erfolgte die Aufnahme des Vereins im Deutschen Fußballverband.

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Einen weiteren schweren Einschnitt in der Vereinsgeschichte bildete der Zweite Weltkrieg: Weil zahlreiche Spieler eingezogen wurden, kam das Vereinsleben nach 1939 erneut komplett zum Erliegen: Der Schweizer Staatsbürger Heinrich Nägeli vertrat während der Kriegsjahre die Interessen des Vereins. Als "Sportvereinigung Steinen-Höllstein" ging es im Jahr 1946 weiter. Damals zwangen die Besatzungsmächte die Vereinigung mit dem Turnverein, die Fortführung des alten Namens wurde nicht erlaubt. Erst am 14. Januar 1950 erhielt der Verein seine Selbstständigkeit zurück. Unter dem alten Namen FC Steinen-Höllstein schafften die Kicker der Ersten Mannschaft in den 1950er Jahre den Aufstieg in die Bezirksliga, 1954 wurde Engelhard Rotzler – heute Ehrenpräsident – zum damals jüngsten Vorsitzenden der bisherigen Vereinsgeschichte gewählt. Es folgten Jahre mit sportlichen Erfolgen und Niederlagen, mit diversen Trainerwechseln, tollen und weniger tollen Spielen – wie es sich für einen Fußballverein gehört: Die Details sind in der sehr ausführlichen Chronik auch im Internet nachzulesen.

Einige Verwerfungen brachte in den 1970er Jahren die Kommunalreform mit sich: Sie sorgte insbesondere bei den "zwangseingemeindeten" Höllsteiner Vereinsmitgliedern für Ärger, was einigermaßen erstaunlich ist, da doch der FC schon seit Jahrzehnten die Verbindung zwischen Steinen und Höllstein spielerisch vorweg genommen hatte. Ein besonderes Jahr war die Eröffnung des Wiesentalstadions im Jahr 1989 nach jahrelangen Vorarbeiten. Die Realisierung des Projektes sollte sich zum echten Kraftakt sowohl in finanzieller wie auch in personeller Hinsicht auswachsen, mit Auswirkungen bis in die Gegenwart.

Heute blickt der Verein nach den nicht immer leichten Jahren selbstbewusst nach vorne. Eine neue Vereinskultur des Miteinanders hat sich entwickelt. "Ganz viele Mitglieder sind dabei und helfen mit bei den Festvorbereitungen", freut sich Vorsitzender Peter Böhme. Er versteht die anstehende Geburtstags-Party als "ein Fest für alle". Der FC Steinen-Höllstein besinne sich auf seine Anfänge als "Dorfverein", sagt Böhme. Am Samstag 7. Juli wird es ein großes Jugendturnier mit Rahmenprogramm geben. Mit der Bevölkerung gefeiert wird am Sonntag, 8. Juli, der mit einem ökumenischen Gottesdienst im Wiesentalstadion beginnt. Es gibt ein Frühschoppenkonzert des MV Höllstein und einen Auftritt des Frauenchors Steinen. Vor allem aber wird Fußball gespielt: Die badischen Bürgermeister spielen gegen eine Kreisauswahl und der FC Steinen gegen den SC Bahlingen.

Das ganze Festprogramm auf: http://www.fcsteinen.net

Autor: Robert Bergmann