2024 soll in Straßburg unter olympischer Flamme gekickt werden

Peter Cleiß

Von Peter Cleiß

Fr, 27. Juli 2018

Racing Straßburg

Das Meinau-Stadion wird modernisiert und erweitert / Erhöhung des Fassungsvermögens auf rund 33 000 Plätze / Ausbau des VIP-Bereichs .

FUSSBALL Ligue 1 (pec). Eine wichtige Hürde bei den Umbauplänen für das Straßburger Meinau-Stadion ist genommen. Racing-Präsident Marc Keller und seine Mitstreiter freuen sich über die zustimmenden Voten der regionalen politischen Verantwortungsträger und ihrer Parlamente.

Seit Monaten wird Marc Keller nicht müde eine umfassende Modernisierung und Erweiterung des Meinau-Stadions zu fordern. "Um Racing auf Dauer in der 1. Liga zu halten, brauchen wir neue, zusätzliche Einnahmequellen. Eine Steigerung in den vorhandenen Strukturen ist praktisch nicht mehr möglich" erläutert der Verein gegenüber der Öffentlichkeit mit Verweis auf die abgelaufene Saison.

24 083 Zuschauer haben in der Saison 2017/2018 durchschnittlich die Heimspiele von Racing besucht. Ein Drittel aller Heimspiele fand vor ausverkauftem Haus statt und kein einziges Mal waren weniger als 21 000 Zuschauer im Stadion. Mit 15650 Dauerkarten-Besitzern stellte Racing in der vergangenen Spielzeit einen neuen Vereinsrekord auf. Die Präsenz in nationalen und internationalen Medien hat ein nie zuvor erreichtest Niveau erklommen und der Verkauf von Merchandising-Artikel in der Stadion-Boutique sowie im Online-Handel übertrifft bei weitem die Zahlen vergleichbarer Clubs der Ligue 1. Eine jüngst eröffnete zweite Racing-Boutique im Stadtzentrum von Straßburg vervollständigt das Angebot vor Ort.

Die guten Geschäftszahlen ermöglichen es Racing die kommende Spielzeit mit einem Budget von rund 35 Millionen Euro anzugehen – ein Betrag, mit dem sich Racing aber immer noch am hinteren Tabellendrittel aller Erstligisten einreihen muss, ganz zu schweigen von einer Konkurrenzfähigkeit gegenüber den "Großen" der Liga, die mit Budgets von mehreren 100 Millionen Euro ausgestattet sind. Neben einer Runderneuerung und umfassenden Modernisierung der alten Straßburger Fußballarena planen Keller und seine Mitstreiter deshalb eine Erhöhung des Fassungsvermögens auf rund 33 000 Plätze sowie vor allem eine deutliche Steigerung der Plätze im VIP-Bereich sowie des Angebots speziell für die Gäste dieses Bereiches. Statt der bisher rund 350 VIP-Plätze will man das Platzangebot hier auf deutlich über 3 000 steigern. Besitzer des Meinau-Stadions ist die Eurometropole Strasbourg, ein Verbund der Stadt Straßburg mit den direkt angrenzenden Gemeinden. 20 Millionen Euro haben deren Präsident Robert Hermann und seine Kollegen jetzt als Beteiligung am Stadionumbau beschlossen. Mit weiteren 20 Millionen beteiligt sich die neue Großregion Grand Est (vergleichbar dem Land BW) an dem Projekt. Die Stadt Straßburg selbst hat eine Beteiligung von 10 Millionen beschlossen und auch das Departement hat eine Beteiligung in Höhe von 10 Millionen zugesagt.

Neben diesen insgesamt 60 Millionen von Seiten der Öffentlichen Hand muss Racing selbst 40 Millionen aufbringen, um das Projekt umzusetzen. Hierfür wird vom Verein auch eine Namensgebung durch einen entsprechenden Partner in Erwägung gezogen.

Klare Vorstellungen hat man auf Seiten des Vereins auch im Blick auf die Umsetzung der Modernisierungsarbeiten. Spätestens im Jahre 2024 müssen alle Arbeiten beendet sein, denn dann soll das neue Meinau-Stadion im Rahmen der Olympischen Spiele in Frankreich Austragungsort für Fußballspiele sein – hierfür hat man jedenfalls eine Bewerbung eingereicht und rechnet sich gute Chancen für den Zuschlag aus.