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11. November 2017

Blick ins Elsass

Wochenendprogramm in der Europstadt Straßburg

Es ist nur ein Katzensprung von der Ortenau ins Elsass und in die quirlige Europastadt Straßburg. Was sich jenseits des Rheins tut, beleuchtet immer samstags der „Blick ins Elsass“.

  1. Seit Monaten liegt das Schiff (links) am Quai Malraux, jetzt ist es für kulturelle Angebote einsatzfähig. Foto: teli

STRASSBURG (teli). Es ist nur ein Katzensprung von der Ortenau ins Elsass und in die quirlige Europastadt Straßburg. Was sich jenseits des Rheins tut, beleuchtet immer samstags unser "Blick ins Elsass".

Kulturschiff

Bereits im Juli ist das Schiff am Quai Malraux vor Anker gegangen, allerdings waren die Aufbauten damals noch nicht vorhanden. Wie ein metallisches Gewächshaus erhebt sich jetzt der Teil, der den Veranstaltungsraum darstellt, über das Führerhaus des Bootes. Das Cabaret Onirique, welches das Kulturschiff betreibt, will ein Ort für Tanz, Live-Musik, DJs, burleskes Theater oder eben Kabarett schaffen. Das Interieur wurde daher von der Betreiberin Océanne Gil recht schlicht gehalten – ohne Spiegel und barocke Elemente. Eine Bar gehört ebenfalls zum Schiff, mit einer kleinen Raucherterrasse. Im Internet – http://www.cabaretonirique.com – kann man den Newsletter über das künftige Programm abonnieren.

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Gräber müssen weg

Nur auf dem Friedhof Saint Urban in der Straßburger Innenstadt, auf denen sich die rund 40 000 Einwohner des Stadtteils Neudorf bestatten lassen können, wird der Platz knapp. Auf allen anderen Straßburger Friedhöfen herrscht weniger Druck, weil sich inzwischen mehr als die Hälfte der Straßburger nach ihrem Tode einäschern lassen – frankreichweit liegt dieser Anteil nur bei 30 Prozent. Dennoch lässt die Stadt jetzt Gräber entfernen, bei denen die Liegedauer abgelaufen ist. Bis 1968 konnten Angehörige Gräber für unbegrenzte Dauer kaufen. Inzwischen sind die Konzessionen auf 15, 30 oder 50 Jahre limitiert. 4388 der aktuell rund 56 000 Gräber sind solche Altfälle. 9289 sind nach einem Bericht der Straßburger Tageszeitung Dernières Nouvelles d’Alsace abgelaufen, in vielen Fällen auch verwahrlost, weil sich längst niemand mehr darum kümmert. 600 bis 800 solcher Gräber sollen in den nächsten drei Jahren entfernt werden; die Stadt hat ein privates Unternehmen damit beauftragt. Läuft eine Grabkonzession ab, werden die Angehörigen angeschrieben und aufgefordert, das Grab abzuräumen. Muss die Behörde feststellen, dass das Grab nicht mehr gepflegt wird, also einen verlassenen Eindruck macht, wird ein Schild im Grabfeld angebracht, auf dem die Nachfahren gebeten werden, sich an die Friedhofsverwaltung zu wenden. Frühestens zwei Jahre später wird das Grab von Amts wegen beseitigt, in der Regel dauert es jedoch vier Jahre, bis es so weit ist.

Einkaufen am Feiertag

Obwohl an diesem Samstag in Frankreich des Endes des Ersten Weltkriegs mit einem Feiertag gedacht wird, werden 95 Prozent der Geschäfte in der Innenstadt, inklusive der großen Einkaufszentren Rivétoile, Les Halles und Aubette, wie an einem normalen Samstag geöffnet sein. Der Grund: Seit im Hitzesommer 2003 in Frankreich zahlreiche ältere Menschen gestorben sind, gibt es einen Solidaritätstag, also einen Feiertag, an dem zugunsten der älteren Menschen gearbeitet wird. Ursprünglich sollte dies der Pfingstmontag sein, doch dann kam man überein, dass die Unternehmen quasi frei wählen können, welchen Feiertag sie opfern. War es 2016 der Himmelfahrtstag, auf den die Straßburger Händlervereinigung den Solidaritätstag gelegt hat, ist es 2017 der 11. November. Der Samstag sei für den Einzelhandel der umsatzstärkste Wochentag, hieß es, gerade an einem Samstag wolle man verhindern, dass die Kunden auf die badische Rheinseite zum Einkaufen führen und deutsche Kunden, die den Feiertag nicht kennen, vor verschlossenen Türen stünden. Auf dem Kleber-Platz wird ein Glücksrad aufgestellt.

Pech mit Christbaum

Ausgesprochenes Pech hat die selbsternannte Weihnachtshauptstadt Straßburg in diesem Jahr mit ihrem Christbaum, der alljährlich den Anspruch erhebt, der höchste Europas zu sein: Während die erste Tanne zerbrach, als sie im Wald auf den Tieflader gehoben werden sollte, hat das zweite Exemplar, das auf dem Kleber-Platz bereits zu voller Höhe aufgerichtet war, einen Riss. Obwohl der Baum von bilderbuchhafter Schönheit ist, wollte die Stadt kein Risiko eingehen und ließ ihn am Donnerstag wieder fällen. Am Montag soll Weihnachtsbaum Nummer drei, diesmal aus einem anderen Wald, auf dem Kleber-Platz aufgestellt werden.

Rechtzeitig zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte am 24. November wird er fertig geschmückt sein, versichert die Stadt. Die Kosten für die Zierde des Kleber-Platzes und der Weihnachtshauptstadt erhöhen sich durch die beiden kaputten Bäume um 50 000 Euro.

Autor: teli