Schnee

Straßenmeistereien im Ortenaukreis sind für den Wintereinbruch gerüstet

Hubert Röderer

Von Hubert Röderer

Sa, 15. Dezember 2018 um 13:39 Uhr

Ortenaukreis

Auf den Straßen lag dieser Tage schon ein Hauch Weiß – allerdings nur in Form von Raureif. Ob sich das bis Weihnachten noch in Richtung Schnee ändern wird? Im Ortenaukreis ist man jedenfalls vorbereitet.

Riesig das Straßennetz im Ortenaukreis, das es in den Wintermonaten bei Schneefall und erst recht bei einsetzender Glätte freizuhalten gilt – kein Wunder, ist der Landkreis doch flächenmäßig der größte in Baden-Württemberg, erstreckt er sich doch von Lauf im Norden bis Ringsheim beziehungsweise Hornberg im Süden, immerhin rund 70 Kilometer, und vom Rhein im Westen bis Oberwolfach. Von der Autobahn abgesehen, ist das Straßenbauamt im Landratsamt für die winterliche Verkehrssicherheit von knapp 1000 Straßenkilometer zuständig. "Das sind 259 Kilometer Bundesstraßen, 347 Kilometer Landesstraßen und 387 Kilometer Kreisstraßen", sagt Amtsleiter Roland Gäßler. Das sind immerhin fast genau 1000 Straßenkilometer, auf denen außerhalb geschlossener Ortschaften die Fahrbahnen verkehrssicher gemacht oder gehalten werden müssen.

Große Schwankungen in den vergangenen Wintern

Da macht eine dezentrale Verteilung der zuständigen Straßenmeistereien natürlich Sinn. Deren gibt es vier, sie sind in Lahr, Haslach, Offenburg und Achern angesiedelt. Angeschlossen sind jeweils Salzhallen, in denen das benötigte Material gebunkert ist. Zudem gibt es in der Fläche vier Silostandorte, wo bei Bedarf Nachschub geholt werden kann. "Wir haben eine Gesamtlagerkapazität von 3640 Tonnen", sagt Gäßler. So die Zahl der Schneefälle groß ist, muss natürlich hinzugekauft werden. Große Schwankungen bestand diesbezüglich in den vergangenen Wintern. Im Schnitt der vergangenen fünf Jahre hat der Ortenaukreis jeweils rund 4600 Tonnen Salz benötigt.

Im Winter 2017/18 war es deutlich weniger: Da wurden von den eingesetzten Streufahrzeugen lediglich rund 3200 Tonnen in Umlauf gebracht. Je weniger, desto besser für das Kreissäckel: "Der aktuelle Salzpreis liegt pro Tonne bei genau 70 Euro, einschließlich Mehrwertsteuer", sagt Gäßler. Ein ganz besonders harter Winter war 2010/11: Damals musste der Ortenaukreis mehr als 1,5 Millionen Euro für Streusalz, Kraftstoff, Personal- und Fahrkosten sowie Fremdunternehmer ausgeben. Erforderlich waren damals satte 7100 Tonnen Streusalz. Straßen im Flachland zu räumen und zu streuen, ist für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Routine. Doch wer etwa auf der Schwarzwaldhochstraße, auf deren Zufahrten oder auf den Passstraßen etwa zur Heidburg, zum Schönberg oder zum Geisberg eingesetzt ist oder für Ordnung zwischen Oppenau und Oberharmersbach oder hinter Bad Griesbach sorgen muss, hat Höchstarbeit zu verrichten.

Alle Fahrzeuge sind mit Schneepflug und Streuautomat ausgestattet

In den Straßenmeistereien stehen insgesamt 16 Lastwagen und Unimogs für die winterliche Räum- und Streuarbeit zur Verfügung, zudem vier Schmalspurfahrzeuge für die Radwege. Alle Fahrzeuge sind mit Schneepflug und Streuautomat ausgestattet. Kommt’s von oben mal ganz besonders dick oder besteht ein hohes Glatteisrisiko, werden bis zu 16 Fremdfahrzeuge von Privatunternehmen zur Unterstützung angefordert. In absoluten Notfällen können auch noch zwei ältere "Streuer" eingesetzt werden. Sollte es mal flächendeckend im ganzen Kreisgebiet schneien, sind zeitnah alle 20 eigenen Fahrzeuge wie auch die 16 Fremdfahrzeuge im Zwei-Schicht-Betrieb auf den Straßen unterwegs, und zwar durchgehend von 3 Uhr nachts bis 22 Uhr am späten Abend. Bis zum Beginn des Berufsverkehrs sollten halt alle Straßen zumindest einmal abgefahren sein.

Pro Schicht und Straßenmeisterei koordiniert ein Mann die Routen der Einsatzfahrzeuge. Damit der Schnee für die Straßenmeisterein nicht aus heiter-hellem Himmel kommt, schiebt jeweils ein Mitarbeiter Bereitschaftsdienst. Gäßler: "Er steht kurz vor 3 Uhr nachts auf und checkt die Wetterlage über Smartphone an der Wetterstation." Muss ausgerückt werden, alarmiert er die Dienst habenden Kollegen der ersten Schicht. Diese Rufbereitschaft gilt vom 1. November bis zum 1. April. Bis dahin kann noch viel passieren.