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31. Mai 2012

Streichen, schmirgeln, graben

Auf dem Mundenhof entsteht mit tatkräftiger Hilfe des Umweltversandhandels "Waschbär" eine neue Attraktion.

  1. Auf dem neuen Nistplatz: „Waschbär“-Mitarbeiter Simon Dahn im Arbeitseinsatz. Foto: Michael Bamberger

Als Ende Februar der Storch auf den Mundenhof zurückkam, kamen auch die Künstler. Hansjörg Palm und Jürgen Grieger-Lempelius bauen seit einem Vierteljahr auf dem alten Mistplatz des städtischen Tiergeheges eine neue Attraktion auf. Und vor kurzem halfen auch Manager: Die Führungscrew des Umweltversandes "Waschbär" kam und half streichen, schmirgeln, graben. Das "Erfahrungsfeld der Sinne", das hier entsteht, wird von dem Freiburger Unternehmen mit 150 000 Euro gesponsert – und mit Muskelkraft.

"Ich habe in meinem Leben schon viele Sachen gemacht", sagt Ernst Schütz, "hiermit bin ich sehr, sehr zufrieden." Der Chef des Umweltversandes "Waschbär" hat Farbspritzer auf T-Shirt und Schuhen. Kein Wunder, heute wird nicht mit Zahlen jongliert sondern mit dem Pinsel. Zehn Leute aus der Führungsmannschaft des Unternehmens helfen, den Mistplatz zu einem Nistplatz zu machen; vor der Arbeit haben sie noch schnell einen Testlauf über den Platz gemacht – mit verbundenen Augen, um andere Sinne zu aktivieren. Am 20. Juli soll hier ein "Erfahrungsfeld der Sinne" feierlich eröffnet werden. Angesagt hat sich bereits Landesumweltminister Franz Untersteller.

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150 000 Euro hat "Waschbär" für den Umbau gestiftet, Anlass ist das 25-jährige Jubiläum des Öko-Versandhandels. Man kann jetzt schon sehen, dass sich mit diesem Kapital- und Muskeleinsatz der Misthof, zentral im Tiergehege gelegen, zu etwas ganz Neuem verwandelt. Ausgedacht haben sich das Konzept die Künstler Jürgen Grieger-Lempelius und Hansjörg Palm. Da steht ein aufragendes Netz aus Robinienstämmen, auf denen man balancieren kann, ein riesiges begehbares Ei – handgeschliffen von Waschbär-Azubis – leuchtet in der Mitte, weiter hinten steht eine Feuerschale, ein Fass mit Membran ist zum "Wind-Wumm" geworden, Wasser fließt durch symmetrisch angeordnete Schalen, sogenannte "Flow-Forms". Alles ist zum Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Tasten, Bewegen – ein Erfahrungsfeld der Sinne eben.

"Seit Anfang März sind wir jeden Tag hier", sagt Jürgen Grieger-Lempelius. Er und Hansjörg Palm ("Wir singen im Duett.") haben den Platz entworfen und sie erbauen ihn auch nach einem straffen Zeitplan. Dabei achten die Beiden darauf, dass auch der alte Mistplatz im neuen Nistplatz noch aufschimmert, etwa indem das Häuschen an der Seite stehen bleiben darf und ins Konzept eingebunden wird.

"Insgesamt sieht der neue Nistplatz jetzt aber schon besser aus", freut sich Mundenhof-Leiterin Susanne Eckert über die Aktivitäten. Früher wurde an diesem Platz der Mist der Mundenhof-Tiere angeliefert und zu Dünger vergoren. Künftig sollen hier die Besucher ihren "Alltagsmist" abladen und neue Energie sammeln.

Nistplatz e.V.: Um den Nistplatz in Zukunft noch weiter ausbauen zu können, hat sich ein Verein gegründet. Weitere Infos dazu gibt es unter 0761 /1306434 .

Autor: Simone Lutz