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16. Juli 2012 08:40 Uhr

Landesregierung

Lehrerstellen-Abbau kommt früher als geplant

Die Landesregierung will ein Jahr früher als geplant mit dem Abbau von Lehrerstellen beginnen. Nach BZ-Informationen sollen bereits im kommenden Jahr die ersten 1700 Deputate gestrichen werden.

  1. Die Landesregierung will ein Jahr früher als geplant mit dem Abbau von Lehrerstellen beginnen. Foto: dpa

Das verlautete am Wochenende aus Koalitionskreisen. Bis 2020 sollen demnach insgesamt 11.555 Stellen wegfallen. Dies sei mit Blick auf die rückläufigen Schülerzahlen leistbar – und mit Blick auf den Landesetat notwendig, hieß es. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte vergangene Woche verkündet, dass die Regierung bis 2020 zumindest die 8055 Lehrerposten streichen werde, die einen "kw"-Vermerk für "künftig wegfallend" tragen. Zugleich hatte der Regierungschef erklärt, weitere 3500 Stellen aus der noch von Schwarz-Gelb beschlossenen "Qualitätsoffensive Bildung" seien nicht durchfinanziert gewesen. Sie sollten aber durch Einsparungen im Kultusetat erhalten bleiben.

Inzwischen ist klar, was das heißt: Das Ministerium muss die 3500 Deputate an anderer Stelle streichen. Nach den internen Planungen sollen die 8055 kw-Stellen zwischen 2013 und 2017 nach und nach wegfallen. In der noch von Schwarz-Gelb übernommenen mittelfristigen Finanzplanung war für den Abbau noch der Zeitraum 2014 bis 2018 vorgesehen. Die Regierung will sich durch das Vorziehen der Maßnahme um ein Jahr Luft verschaffen für die 3500 Deputate, die sie zusätzlich auf die Streichliste gesetzt hat. Diese sollen von 2018 bis 2020 abgebaut werden.

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Bürger wünschen sich zusätzliche Investitionen

Der Wegfall der 8055 Stellen mit kw-Vermerk bringt für den Etat keine Entlastung, da er bereits in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen war. Erst ab 2018, wenn die zusätzlichen 3500 Stellen abgebaut werden, deren Finanzierung im Etatentwurf für 2013 bereits eingepreist ist und die Deckungslücke erhöht hat, macht sich das im Landeshaushalt positiv bemerkbar.

Die Regierung plant, 2013 mit einer Neuverschuldung von 1,7 Milliarden Euro. Spätestens 2020 dürfen die Länder keine Kredite mehr aufnehmen. Laut Umfrage wünschen die Bürger aber zusätzliche Investitionen in die Bildung. Lehrer- und Elternvertreter machen bereits gegen die Sparpläne mobil.

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Autor: Roland Muschel


10 Kommentare

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Herbert Pommerenke  

Herbert Pommerenke

Registriert seit: 29.11.2010

Kommentare: 994

16. Juli 2012 - 11:59 Uhr

Bildung, Bildung, Bildung das Schlagwort im Wahlkampf der GRÜNEN
wie der SPD! Für neue Staatssekretäre und einem absolut unnötigen
Integrationsministerium und das zusammen noch mit einer
zu disqualifizierenden Frau Öney ist jedoch Platz und Geld da.
Herr Kretschmann arbeiten sie bitte doch wieder als Lehrer!

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Verena Müller

Registriert seit: 22.06.2011

Kommentare: 55

16. Juli 2012 - 12:42 Uhr

die Anforderungen an Kinder werden immer utopischer (seit Pisa), aber um das Ziel zu erreichen werden dann Lehrerstellen abgebaut? Dafür hab ich absolut null Verständnis!
Wir investieren hier in die Zukunft, in dem wir unseren Kindern eine gute Bildung, mit kleinen Klassen, gut ausgebildeten Lehrern und vor allem genügend davon, ermöglichen sollten! Erst der Schwachsinn mit G12, den Gesamtschulen, dann Stellenabbau.. was denn noch alles auf Rücken unserer Kinder???
Irgendwann muss auch mal Schluss sein mit dem ganzen Gespare an den falschen Stellen..
für Mist bleibt jedoch Geld.. und sich selbst ein bißchen die Diäten zu erhöhen auch.. ich könnte gerade k****.. nicht das erste Mal, wenn ich was über "unsere" Bildungspolitik hier lese...

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Klaus Göhringer

Registriert seit: 08.07.2011

Kommentare: 15

16. Juli 2012 - 12:59 Uhr

Ich denke das monetäre Sparpontential in der Bildungspolitik könnte noch wesentlich höher ausfallen.Zukünftig sollte der Bildungsauftrag nur noch über twitter oder facebook vermittelt werden.Die Einsparungen beim Lehrpersonal und den Bildungseinrichtungen wären immens.Die Abschlußprüfung wird auf das Fach HFD (HartzIV-Formular-Download)reduziert und die "Follower" erhalten sofort einen "Arbeitsvertrag" ihres zukünftigen Arbeitgebers.Die eingesparten Gelder reichen dann problemlos für die Abschaffung der Brandweinsteuer und die Durchfinanzierung der Diäten aus.Nur Vorteile für alle Beteiligten.....oder?

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Maya Melanch

Registriert seit: 27.01.2012

Kommentare: 6

16. Juli 2012 - 13:45 Uhr

Ich gehe davon aus, dass anzunehmen ist, dass Herr Kretschmann vermutlich nicht anders kann als diese Stellen zu streichen.
Würde er eine andere Möglichkeit sehen, wäre er vermutlich schlicht und ergreifend DUMM, würde er zu Sparmaßnahmen greifen, die aber sowas von exakt (!) das Wahlklientel seiner Partei verärgert- die Gefahr, in die er sich dadurch begibt, die nächste Wahl sofort wieder zu verlieren- und zwar deutlich- dürfte ihn vermutlich davon abhalten solche Entscheidungen leichtfertig zu treffen...Da kann man vermutlich nur sagen: Willkommen in der Wirklichkeit!
(Nur um Missverständnisse vorzubeugen: Ich finde ein Abbau von Stellen im Bildungsbereich verheerend. Andererseits predigen doch alle immer, man könne nur Geld ausgeben, das vorhanden sei und schimpfen auf verschuldete Länder a la Griechenland. Man kann eben nicht alles haben...)

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Martin Burster

Registriert seit: 31.01.2010

Kommentare: 1358

16. Juli 2012 - 14:18 Uhr

Wenn man dem Rechnungshof glauben darf, dann liegt der von Rot-Grün angestrebte Stellenabbau sogar unter dem, was die obersten Finanzaufseher BWs für angebracht halten.
Auch wenn ich finde, dass Bildung ein hohes Gut, an dem nicht gespart werden sollte, so darf man die finanzielle Seite auch nicht vergessen. Und dass zunehmend weniger Kinder in die Schulen gehen, bestreitet wohl auch von den anderen Kommentatoren niemand.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1836

16. Juli 2012 - 14:45 Uhr

Wenn Blinde von der Farbe sprechen...

Es ist ja nicht so, daß benötigte Lehrerstellen eingespart werden, sondern einfach nur daß nicht (mehr) benötigte Lehrerstellen nicht neu besetzt werden.
Das ist gut und richtig so.

Was daran auf sachlicher Ebene negativ zu kritisieren ist, konnte noch niemand der Betroffenheitsfraktion erklären.

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Ralph Walchner

Registriert seit: 26.06.2009

Kommentare: 850

16. Juli 2012 - 16:04 Uhr

"Es ist ja nicht so, daß benötigte Lehrerstellen eingespart werden, sondern einfach nur daß nicht (mehr) benötigte Lehrerstellen nicht neu besetzt werden."

Ach, ist das so? Und Sie Herr Rosenthal-Schöpflin wissen natürlich genau, dass es zu viele Lehrer an den Schulen in B-W gibt. Ich bitte um Erleuchtung, grosser Farbe-Sehender, wieso hört man aus den Schulen dann immer wieder, dass Lehrkräftemangel herrscht und Stunden ausfallen weil keine Krankheitsvertretungen vorhanden sind? Alles Lüge oder nur Geschwurbel von Farbenblinden?

Sicher müssen die Zahlen der Lehrkräfte den sinkenden Schülerzahlen angepasst werden. Ich finde jedoch, dass zuerst der wirkliche Bedarf gedeckt werden muss bevor gekürzt wird.

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Jürgen Zipfel

Registriert seit: 30.06.2010

Kommentare: 28

16. Juli 2012 - 16:19 Uhr

Na toll, dann fallen halt noch mehr Unterrichtsstunden aus als heute schon. Die Schüler werden sich freuen. Wie so allerdings noch eine gute Bildung erreicht werden soll ist mir ein Rätsel. Aber wer braucht schon Bildung?

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Peter Pellin  

Peter Pellin

Registriert seit: 15.04.2011

Kommentare: 229

16. Juli 2012 - 16:31 Uhr

Sparvorschläge sind nur glaubhaft, wenn man mal in den eigenen Reihen anfängt. Hr. Pommerenke hat sehr recht mit dem was er nennt. Die Gesellschaft unterliegt einem starken demografischen Wandel, demnach ist es endlich an der Zeit, die politischen Strukturen zu überdenken, wie z.B. Größe der Ministerien, Anzahl der Abgeordneten im Landtag (Verfassungsänderung).

Weniger Bürger brauchen weniger Politiker.

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Gelöschter Nutzer #793088

Registriert seit: 16.11.2009

Kommentare: 562

16. Juli 2012 - 16:59 Uhr

Ja, Herr Walcher, es gibt Menschen die sind die Zyklopen unter uns Blinden, der Inbegriff der septem artes, sie haben das erreicht das, was Goethes Faust in seinem Eingangsmonolog durch stetes Bemühn herbei sehnt aber nicht schafft. Sie sind des Pudels Kern und die personifizierte Gretchenfrage die uns das Leben jeden Tag aus neue stellt.

Ich würde mich direkt Verneigen, hätte ich es nicht im Kreuz.

;-)

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