Streiken fürs Klima

Jakob Schönhagen

Von Jakob Schönhagen

So, 13. Januar 2019

Freiburg

Der Sonntag Schüler protestieren jetzt auch in Freiburg für einen besseren Klimaschutz.

Kommenden Freitag wollen Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende in Freiburg für eine aktivere Umweltpolitik demonstrieren. Im Rahmen der bundesweiten Aktion "Fridays for future" rufen sie zu Streik und Protest auf.

Bei den Rekord-Schneemassen der vergangenen Tage gerät der Rekord-Sommer 2018 leicht in Vergessenheit. Die anhaltende Hitze- und Dürreperiode brachte im späten August für Greta Thunberg alles ins Rollen. Drei Wochen vor der Wahl des schwedischen Parlaments begann die 15-Jährige am ersten Schultag ihren Streik. Auf dem Schild, mit dem sie vor dem Reichstag in Stockholm erschien, stand: Schulstreik fürs Klima.

Nach dem sich anfänglich selbst die Eltern und Lehrer gegen Thunbergs Engagement ausgesprochen hatten, gewann die Aktion rasch an Dynamik. Bis heute haben weit über 20 000 Schüler in über 270 Städten unter dem Hashtag fridaysforfuture für eine aktivere Klimapolitik demonstriert. Und sind deswegen in den Schulstreik gegangen. Thunberg hat Ikonenstatus erreicht. Mit ihrem Vater reiste sie im Dezember mit dem Elektroauto zum Weltklimagipfel nach Katowice. "Was ich auf dieser Konferenz zu erreichen hoffe, ist die Erkenntnis, dass wir einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sind. Dies ist die größte Krise, in der sich die Menschheit je befunden hat", mahnte sie in ihrer viel beachteten Rede im Plenarsaal der Konferenz.

Für kommenden Freitag hat "Fridays for future" erneut zu bundesweiten Streiks aufgerufen. In Berlin, Bremen, Essen, Hamburg, München, Stuttgart, Trier und 21 weiteren deutschen Städten soll demonstriert werden. Aufgerufen hat die Organisation Bundjugend. Unterstützt wird sie von der WWF-Jugend, der Naturschutzjugend und der Naturfreundejugend.

Auch die Freiburger Schülerschaft ist dieses Mal beteiligt. Ab 9 Uhr will sie vom Platz der Alten Synagoge aus startend für eine stärkere Umweltpolitik demonstrieren. "Sie ist auf bis zu 1 000 Leute angemeldet", sagt Chantal Maier, Schülersprecherin der Weiherhof Realschule Freiburg. Die 15-Jährige gehört zum 19-köpfigen Organisationsteam aus Schülerinnen und Schülern, Studierenden und Auszubildenden. "Seit einigen Wochen ist die Idee gereift", betont Maier, die derzeit die 10. Klasse besucht.

Am Montag wollen sich die Schüler auf einer Pressekonferenz erklären. "Wir sind die Generation, die die Folgen des Klimawandels in ihren vollen Zügen zu spüren bekommen wird und das auch schon tut", sagt Mitorganisatorin Nora Tumat, die kritisiert: "Deutschland schaltet zwar die Atomkraftwerke ab, will aber neue Braunkohlekraftwerke bauen." Durch die Demonstration wollen die Schüler den Druck auf die Politik erhöhen. Auch wenn die Ziele im Einzelnen vage bleiben, wissen die Organisatoren in Freiburg, was sie sich von der Aktion erhoffen: "Wir wollen aufrütteln", betont Organisatorin Maier. Ob die Beteiligten angesichts des Streiks mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen, ist ungeklärt. Maier jedenfalls findet: "Wenn wir keine Welt mehr zum Leben haben, brauchen wir auch keine Bildung." Womit sie Ideengeberin Thunberg in nichts nachsteht. Im Dezember formulierte die: "Wir Kinder tun oft nicht das, was ihr Erwachsenen von uns verlangt. Aber wir ahmen euch nach. Und weil ihr Erwachsenen euch nicht für meine Zukunft interessiert, werde ich eure Regeln nicht beachten."