Strenger Chef und väterlicher Freund

Peter Meister

Von Peter Meister

Do, 13. September 2018

Laufenburg

Josef Weber wird nach 79 Jahren als Ministrant und Mesner der Pfarrgemeinde Heilig Geist in Laufenburg verabschiedet.

LAUFENBURG. 80 Jahre Dienst am Altar, das war der Traum von Josef Weber gewesen. Ganz hat es dazu nicht gereicht. Am Sonntag wird der 89-jährige Mesner der Pfarrgemeinde Heilig Geist in Laufenburg beim Pfarrfamilienfest feierlich verabschiedet. Aber auch wenn das eine Jahr zum runden Jubiläum fehlt, dürfte Weber mit größter Wahrscheinlichkeit der dienstälteste Mesner der Erzdiözese Freiburg gewesen sein.

Mesnerdienst, das war Webers Lebensinhalt. Ohne sich jemals in den Vordergrund zu schieben, versah er seinen Dienst mit großem Engagement und inneren Überzeugung. Ein Sturz beim Aufbau der Krippe in der Kirche Heilig Geist vor eineinhalb Jahren stoppte ihn dann in seinem Pflichtbewusstsein. Alle Anstrengungen seinerseits führten nicht zu einer Rückkehr in den Kirchendienst.

An Pfingsten 1939 war Josef Weber unter dem damaligen Stadtpfarrer Cyriak Heimgartner (von 1927 bis 1950) als Ministrant in den Dienst der Heilig-Geist-Pfarrei getreten; bald darauf übernahm er zusätzlich das Amt des Hilfsmesners, bis er wiederum wenige Jahre später zum Mesner bestellt wurde. Alle Pfarrer als seine Dienstherren (Cyriak Heimgartner, Josef Batsching, Wolfgang Kirchgässner, Edgar Hoch, Edgar Volk, Wolfgang Auer) lobten stets seinen unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung von feierlichen Gottesdiensten, Prozessionen, Hochzeiten und Beerdigungen. Und dass er seine verantwortungsvolle Aufgabe immer in gutem Einvernehmen erfüllt habe. Auch Pfarrer Klaus Fietz, der Weber am Sonntag verabschieden wird, lobt die Loyalität und Flexibilität des Mesners, dessen Gesicht über Jahrzehnte wie selbstverständlich zur Heilig-Geist-Kirche gehört habe. "Man hat immer gespürt, dass er das aus innerer Überzeugung macht."

Besonders eingehend hat sich Weber um die Ministranten gekümmert. Er war Generationen von Messdienern "strenger Chef" , Vorbild und väterlicher Freund zugleich. Immer hat er sich fürsorglich um sie gekümmert und angeleitet. Unvergessliches Erlebnis bleibt für Weber deshalb auch das Treffen ehemaliger Ministranten bei seinem 50. Dienstjubiläum im Jahr 1989. Über 50 Ehemalige erwiesen ihm die Ehre, zusammen mit dem früheren Dekan und Stadtpfarrer Kirchgässner in seiner Eigenschaft als Weihbischof.

So manchen Wandel mitgetragen

Weber hat in seiner langen Amtszeit so manchen Wandel in der kirchlichen Entwicklung mitgetragen, selbst wenn er anfangs manchmal skeptisch war. Auch als Mädchen zum Ministrantendienst zugelassen wurden, zog Mesner Weber ganz selbstverständlich mit. Mit den Jahren gab es dann immer mehr Mädchen am Altar. Nicht nur als Mesner, sondern auch als Kommunionhelfer hatte sich Weber eingebracht. In früheren Jahren war er auch im Pfarrgemeinderat ein wichtiger Ratgeber, außerdem hatte er sich als Wirt im Pfarrgemeindesaal nützlich gemacht.

Zu Webers Verabschiedung sagt Erzbischof Stephan Burger für den langen Mesnerdienst ein herzliches Vergelt’s Gott. Er habe Außerordentliches für die Kirche geleistet. "Sie haben sich mit ganzer Tatkraft in Ihrer Pfarrgemeinde eingebracht und im Dienst für Ihre Pfarrgemeinde gelebt", heißt es in der von Burger unterzeichneten Urkunde.