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17. November 2009 14:51 Uhr

Bildungsstreik

Studenten stimmen gegen Audimax-Räumung

Seit Montagabend ist das Audimax in Freiburg besetzt. Die Unileitung wollte den Protest in einen anderen Hörsaal verlegen – doch das Plenum der Studenten stimmte dagegen. Die Unileitung reagierte verstimmt, will aber an ihrer Linie der Toleranz festhalten.

  1. Klares Votum für eine weitere Besetzung: Am Dienstagnachmittag sprach sich das Plenum dafür aus, das Audimax besetzt zu halten. Foto: Ingo Schneider

Mit großer Mehrheit haben die Studenten in einer Versammlung am Dienstagnachmittag beschlossen, das Audimax als zentralen Ort ihres Protestes besetzt zu halten. Das Problem: Am Mittwoch sollte im Audimax für 350 Prüflinge eine wichtige Juraprüfung stattfinden. Vizerektor Heiner Schanz hatte daher die Studentenschaft darum ersucht, den Protest in den kleineren Hörsaal 2004 zu verlagern. "Das Rektorat ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass der Lehrbetrieb für diejenigen Studierenden, die sich nicht an den Protesten beteiligen wollen, ungestört weiterlaufen kann", hieß es.

Die Aufrechterhaltung des Lehrbetriebs ist jedoch eine zentrale Rahmenbedingung der Unileitung, unter der sie die Besetzung überhaupt toleriert. Das hatte Schanz wiederholt betont. "Durch unsere Besetzung wollen wir Druck gegenüber dem Rektorat aufbauen", sagte ein Student. Ein Umzug komme daher nicht in Frage. Zeitweise wurde dennoch in der Versammlung darüber diskutiert, das Audimax wenigstens für die Zeit der Klausur zu räumen. Doch diese Option wurde rasch abgeschmettert.

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Die Leitung der Freiburger Uni reagierte ein wenig verschnupft auf den Beschluss, will aber an ihrer Linie der Toleranz festhalten. Das Rektorat wolle weiterhin Raum für Protest geben – "solange dieser konstruktiv und friedfertig bleibt", ließ Schanz mitteilen. Zur Juraklausur müssen die Prüflingen nun in anderen Hörsälen antreten. Vorlesungen die zur gleichen Zeit in denselben Räumen stattfinden würden, müssen in die späten Abendstunden verlegt werden.

Zuvor hatten die Studenten im Plenum klar gestellt: "Wird kein Ersatz für die Juraprüfung gefunden, werden weitere Hörsäle besetzt", kündigten sie über ihren Twitter-Channel an. Am Dienstagabend wollten Arbeitsgruppen der Besetzer darüber beraten, wie es in den nächsten Tagen weitergehen soll. Auch über die Besetzungen weiterer Universitätsräume sollte gesprochen werden.

Autor: Alexandra Sillgitt. Markus Sehl