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09. Februar 2012
EIN WORT DAZU: Schulverband: Echte Alternative?
Stühlingen macht sich Sorgen um den Fortbestand der Schulen. Ist da der angekündigte Zweckverband "Bildungslandschaft Oberes Wutachtal" nun eine Lösung oder nur ein notwendiges Übel?
Dies fragen sich zurecht die verantwortlichen Politiker, wie auch betroffene Eltern und Schüler. Doch deren Sicht auf die Problematik ist nicht immer die gleiche.
Die Neuerungen der grün-roten Landesregierung sind spätestens mit der Aussicht auf eine Gemeinschaftsschule in Wutöschingen im Wutachtal angekommen. Geht es der Landespolitik nur darum, jetzt alles anders zu machen, als bisher? Bäumt sich berechtigt Widerstand dagegen aus der Regionalpolitik und eventuell auch von den Lehrern auf? Muss nicht der nachgewiesene Erfolg der Schulen aus der Vergangenheit für die Zukunft gerettet werden? Ist ein Schulstandort nicht ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Wohnortes? Kämpfen die kleinen Gemeinden des Zweckverbandes, die gemeinsam rund 20 000 Einwohner hinter sich vereinen möchten, nur um ihre Schulen?
Bei aller Verunsicherung sollten Fakten zählen. Die demografische Entwicklung spricht mit erstaunlich schnell sinkenden Schülerzahlen eine eindeutige Sprache. Innerhalb weniger Jahre könnte selbst die momentan noch durchgehend zweizügige Realschule in Stühlingen aus Mangel an Nachfrage bedroht sein. Den wenigen Schülern aus der Region blieben also schon beim Versuch der Erhaltung der jetzigen Strukturen langfristig nur weite Schulwege in die Zentren des Landkreises.
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Bei Konzentration auf die Sicht der Schüler, deren Wohl in der Diskussion ganz oben stehen sollte, wird klar: Der Zweckverband könnte ein echtes Alternativangebot sein. Gerade im ländlichen Raum. Zwar sind die Schulwege dann auch länger. Doch es könnte bei nur einem Schulträger eine wirkliche Auswahl an schulischem Angebot geben. Und dieses käme wahrscheinlich den individuellen Vorlieben und Eigenschaften der Schulkinder und -eltern am meisten entgegen.
Wenn es also dem neuen Schulverband gelingt, eine gymnasiale Oberstufe und damit das Abitur hier zu etablieren, haben Fünftklässler innerhalb der Region die Wahl aus etlichen verschiedenen Bildungswegen. Und bei Konzentration auf eine Ausrichtung könnten zum Beispiel eine musische und eine technische Realschule nebeneinander existieren. Die vorhandene Gebäudestruktur könnte fachlich spezialisiert bestehen bleiben. Dieses erweiterte Angebot könnte, bei gegebener Vergleichbarkeit der Abschlüsse, sogar den Einzugsbereich der Schulen noch vergrößern. Darin liegt mehr eine Chance, als eine Bedrohung.
Autor: noe
