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08. Februar 2012
Klares Ja zum Schul-Zweckverband
Stühlinger Gemeinderäte sehen keine Alternative / Einzige Möglichkeit, die Schulen vor Ort zu halten.
STÜHLINGEN. Ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss ebnet der Gemeinde Stühlingen den Weg zum schulischen Zweckverband "Bildungslandschaft Oberes Wutachtal". Für den Erhalt möglichst vieler Schulen sowie zur Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe in der Region – dies sind die beiden von Bürgermeisterin Isolde Schäfer angeführten Hauptziele des Verbandes – sahen die Stühlinger Gemeinderäte "keine Alternative".
Dem aktuellen Beitrittsbeschluss war vor zwei Wochen eine öffentliche Sitzung der Gemeinderäte der sechs am künftigen Schulzusammenschluss beteiligten Gemeinden Bonndorf, Eggingen, Grafenhausen, Stühlingen, Ühlingen-Birkendorf und Wutach vorausgegangen (wir berichteten). Hier wurden in Anwesenheit der betroffenen Schulleiter die Hintergründe und Ziele ausführlich erläutert. Bis zum 15. Februar, so Bürgermeisterin Schäfer, sollen nun die Bürgervertreter der vorgesehenen Gemeinden grünes Licht für die Gründung des Zweckverbandes geben und einen vorliegenden Satzungsentwurf billigen. (Wie wir berichteten, hat sich die Gemeinde Eggingen bereits aus dem Zweckverband ausgeklinkt.)Werbung
"Wirklich danke", so bedankte sich Isolde Schäfer für die uneingeschränkte Zustimmung im Gemeinderat. "Es war ein langer und beschwerlicher Weg!", blickte sie auf die Vorbereitungen der Kooperation zurück.
Im Oktober 2010 hatte eine Informationsveranstaltung der Räte der sechs Gemeinden aufgezeigt, dass "zur Vermeidung von Schulschließungen" ein Zusammenwirken notwendig ist. Der Wechsel in der Landesregierung im März 2011 hatte dann die Verhandlungen stocken lassen.
"Wir müssen unsere Schulen stärken", so lautete etwa die Wortmeldung von Stadtrat Joachim Adam, der seine Zustimmung erklärte. "Mitmachen ist Mitgestalten", entfuhr es dem Kollegen Hugo Scheu. Klare Zustimmung kam auch von Marianne Würth, Edgar Keller und Wolfgang Löhle.
Das "Ja" der CDU-Fraktion im Gemeinderat erfolgte nicht ohne Zähneknirschen. Bernhard Engel sah es als "schade" an, jetzt nur noch die Alternative Zweckverband zu haben. Seiner Ansicht nach wurde die Entwicklung im Wutachtal verschlafen. Ursprünglich war auch Wutöschingen für die Kooperation eingeplant, ist jedoch mittlerweile mit einer angekündigten Gemeinschaftsschule einen anderen Weg gegangen.
Auch Hermann Majocko sah mit dem Wutöschinger Beschluss "das Kind in den Brunnen gefallen". Nun bleibe nur der Zweckverband, dessen Finanzierung sich in Zukunft hoffentlich, wie angekündigt, als "Nullsummenspiel" erweisen wird. Jetzt gelte es, "das Beste daraus zu machen!" Durch die vorgesehene Aufteilung der schulischen Aufgaben auf mehrere Teilnehmer gebe zudem "jede Gemeinde Teile ihrer Kompetenzen ab".
Bürgermeisterin Isolde Schäfer kündigte bei aller "Verunsicherung im Raum" für März eine erste ausgearbeitete Konzeption für den Zweckverband an. Das Schulamt habe sich schon hinter das Vorhaben gestellt, dass innerhalb des Verbandes dort eine Schule angeboten wird, wo diese am meisten Sinn mache. Ganz sicher sei dabei, dass "keine Schule neu gebaut wird".
Laut Satzung sei momentan vorgesehen, dass die Standortgemeinden in ihren Schulen weitestgehend "alleine entscheiden" können. Als Entscheidungsträger des Verbandes sollen neben den Bürgermeistern und Gemeinderäten auch die Schulleiter mit ins Boot geholt werden.
Am Ende der Diskussionen sah auch die Bürgermeisterin nur einen Weg: "Wir müssen unser Möglichstes tun, damit unsere Schüler in der Region bleiben!"
Autor: Dietmar Noeske
