Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
03. Dezember 2011
Leidenschaftliche Musikerin
Sabrina Blatter vom Musikverein Eberfingen erhält heute das Goldene Leistungsabzeichen.
STÜHLINGEN-EBERFINGEN. Beim heutigen Jahreskonzert feiert der Musikverein Eberfingen ein besonderes Ereignis. Querflötenspielerin Sabrina Blatter bekommt in diesem schönen Rahmen ihr goldenes Leistungsabzeichen überreicht. Nicht nur Kenner der Blasmusikszene wissen, dass dies für eine erst Sechzehnjährige eine tolle Leistung ist. Sie hat allerdings den Vorteil, dass sie Musik einfach im Blut hat.
Schließlich spielt die ganze Familie im Musikverein, der von ihrem Vater Gerhard Blatter seit vielen Jahren mit großem Einsatz dirigiert wird.Er förderte Sabrinas Talent natürlich gerne. "Mein Vater spielte mir als Kind viel am Klavier vor und schrieb für mich sogar ein Lied, das er mir vorsang. Daneben hörte er mit uns oft klassische Musik. Ich wuchs mit dem Musikverein auf, weil mich meine Mutter immer mit zu den Auftritten nahm. Am Abend schlief ich immer mit einer Kassette ein – ohne Musik ging das nicht," erzählt sie.
Dass ihre Wahl von Anfang an auf die Querflöte fiel, begründet sie so: "Mir gefiel das Instrument eigentlich schon, seit ich klein war und so wurde es zu meinem größten Traum, dieses Instrument spielen zu dürfen." Nach zwei Jahren Blockflötenunterricht wurde er wahr: Sabrina bekam zum siebten Geburtstag eine Querflöte mit gebogenem Kopfstück, weil ihre Arme noch zu kurz waren.
Werbung
Zunächst wurde sie von Pamela Armbruster ausgebildet. Mit neun Jahren trat sie in den Musikverein ein, mit zwölf legte sie das Leistungsabzeichen in Bronze und mit 14 mit Unterstützung des Vaters das in Silber ab. Danach bekam sie bei Yvonne Würth Unterricht, die sie bis zum Goldenen Abzeichen begleitete.
Für das muss auch ein Mensch mit großer musikalischer Begabung kräftig üben. Seit September verdoppelte sie ihre wöchentlichen Musikstunden, übte Gehörbildung und büffelte Theorie. Der intensive Vorbereitungskurs fand in den Herbstferien in Staufen statt.
Für die 72 Teilnehmer standen rund zwanzig Lehrer und sieben Pianisten zur Seite. Hilfreich fand Sabrina, dass Musiktheorie vom Autor des verwendeten Gold-Theoriebuches selbst unterrichtet wurde. Bei der Gehörbildung ging es zum Beispiel um Feinbestimmung der Intervalle, Melodie- und Rhythmusdiktate und das Hören von Akkorden.
Für die Prüfung hatte sie aus dem vorgeschriebenen Literaturkatalog zunächst zwei Werke von Paul Hindemith ausgewählt. Mit Klavierbegleitung brachte sie dann zwei insgesamt fünfzehn Minuten lange Sätze aus dem Flöten-Konzert in G-Dur von Karl Stamitz zu Gehör. Trotz der Aufregung gelang Sabrina der große Coup: Sie ließ selbst Musikstudenten hinter sich und schloss als Zweitbeste des Kurses ab. Ihre Freude war riesengroß.
Ihren Auftritt beim Abschlusskonzert vor vollem Haus konnte dann auch die stolze Familie mitgenießen. Sabrina Blatter ist aber auch sonst eng mit der Musik verbunden. Sie spielt nicht nur mit Begeisterung beim MVE, sondern auch im Verbandsjugendorchester. Gerne begleitet sie gemeinsam mit Pamela Armbruster und Manuela Rendler kirchliche Anlässe. Außerdem singt sie in der Schulband des technischen Gymnasiums Waldshut.
Eine Zeitlang nahm sie Gesangsunterricht, nach dem Tod ihrer Lehrerin liegt der aber leider auf Eis. Diese riet ihr, für jede Art von Musik offen zu sein. Dazu sagt Sabrina Blatter: "Ich habe keine Lieblingsmusik. Ich höre mich in jede Musik rein, ob es klassisch oder rockig ist."
Aus der privaten Leidenschaft könnte auch ein Beruf werden. Sabrina Blatter überlegt: "Ich möchte gerne Musik studieren, vielleicht auch in Verbindung mit Lehramt an einer Grundschule."
Autor: Jutta Binner-Schwarz
