Nach Eklat: FC Weizen leitet Maßnahmen ein

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Di, 11. September 2018

Kreisliga Hochrhein

SC Lauchringen hatte Feld nach rassistischem Vorfall verlassen.

FUSSBALL Kreisliga A. Nach 84 Minuten war Schluss. Für die Fußballer des SC Lauchringen war klar: Es geht nicht weiter. Wie in unserer Montagausgabe berichtet, verließ das Team beim Kreisliga-A-Spiel beim FC Weizen geschlossen den Platz. Der Spielstand (1:4) wurde zur Nebensache, als ein Zuschauer nach einem Zweikampf dem Lauchringer Angreifer Kebba Mamadou "Hey, Du Schwarzer, hör auf!" zurief. Es folgten tumultartige Szenen in der Nähe der Eckfahne, Mamadou brach in Tränen aus, Schiedsrichter Gregor Huber (Erzingen) holte die Kapitäne zu sich. Nach längerer Diskussion, auch mit Verantwortlichen des SCL, war dann Schluss – Spielabbruch (den das Sportgericht bewerten wird).

"Bis dahin war es ein völlig faires Spiel mit normalen Emotionen", sagte FCW-Coach Michael Gallmann, der während des Vorfalls eine Auswechslung vorbereitete. "Es war sehr unübersichtlich, wir wissen nicht, wer von den Zuschauern den Satz gesagt hat." SCL-Trainer Carmine Marinaro wollte klar differenzieren: "Sportlich muss man den Weizenern zum Sieg gratulieren. Da wollen wir nicht dran rütteln – im Gegenteil. Wir wollten in diesem Moment ein Zeichen setzen. Kebba ist ein Kamerad von uns und wir hatten in dieser Situation das Gefühl, dass es das Richtige ist, den Platz zu verlassen."

Nach dem Abbruch schaukelte sich die Lage weiter hoch, eine ältere Frau habe laut Marinaro im Vorbeilaufen gesagt: "Man zieht einem schwarzen Mann auch kein weißes Trikot über." Lob fand Marinaro für den FCW: "Es war tipptopp, wie Spieler und Trainer sich verhalten haben. Sie meinten, wenn es unsere Entscheidung ist, den Platz zu verlassen, sollen wir das machen."

Gallmann verurteilte die Aussage aus dem Zuschauerbereich aufs Schärfste, "wir haben selbst einen afrikanischen Spieler im Kader, der bei uns super integriert ist", betonte er. "Wir als Verein können nur von uns weisen, in irgendeiner Hinsicht rassistisch zu sein." Der Club dulde Rassismus auf und neben dem Platz in keiner Weise, teilte FCW-Vorstand Jannik Boma in einer eigens veröffentlichten Erklärung mit. "Wir werden dies mit Hochdruck vereinsintern diskutieren und Maßnahmen einleiten, dass so etwas hoffentlich in dieser Form nicht mehr vorkommen wird."