Schelble: "Behäbige Geiß muss wieder aktiver werden"

Dietmar Noeske

Von Dietmar Noeske

Fr, 27. November 2015

Stühlingen

Mitgliederversammlung des Narrenvereins Weizen stand ganz im Zeichen des 35. Kleggau-Narrentreffens / Tradition erhalten.

STÜHLINGEN-WEIZEN. Die Jahreshauptversammlung des Narrenvereins Weizen stand ganz im Zeichen eines glücklichen Rückblicks auf das in diesem Jahr von den Geißen organisierte 35. Große Kleggau-Narrentreffen 2015, das Narrenvater Christian Schelble nun als "absoluten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte" bezeichnete. Anwesende Vertreter aller Dorfvereine dankten den "Wizemer Geiße" mit einem "riesengroßen Kompliment" und der Anerkennung einer "hyperperfekten Vorbereitung".

"Was bleibt, sind schöne Erinnerungen!", dieses Fazit zog die Obergeiß aus einem Wochenende Ausnahmezustand im Dorf. Das 35. Kleggau Narrentreffen hätte jedoch nicht ohne Mithilfe "des ganzen Dorfes" durchgeführt werden können. Der Dank dafür war in einem Helferfest mit rund 60 Teilnehmern das erste Mal zum Ausdruck gekommen.

Eine kleine Korrektur des Anlasses für die Durchführung des Narrentreffens brachte Christian Schelble dann aber doch noch an. Insgesamt waren hier 200 Jahre gefeiert worden: 40 Jahre "Wizemer Geiße", 35 Jahre "Geissen-Guggis" und 125 Jahre Dorf-Fasnacht in Weizen. Aktuelle Recherchen von Hans Fischer im Fürstenbergischen Archiv hatten jedoch nur wenige Wochen später ergeben, dass in Weizen zumindest schon seit dem Jahr 1554 Fasnacht gefeiert wird.

Schriftführerin Carola Nußberger verlas mit deutlich vernehmbarer Zufriedenheit den Jahresrückblick auf eine trotz Großereignis ordentlich durchgeführte Fasnachtssaison im Dorf unter dem Motto "We will bock you!" Walter Baschnagel war am bunten Nachmittag des Fasnachtsonntags zur neuen Ehrengeiß ernannt worden. Das Fasnachtsfeuer hatte den Schlussstrich unter eine "fulminante Fasnacht" gesetzt.

Der von Kassiererin Andrea Boma vorgetragene Bericht fiel mit einem nicht allzu großen Plus doch sehr positiv aus. Sie verwies darauf, dass durch das Narrentreffen "keine finanziellen Ziele" angestrebt worden seien. Christian Schelble ergänzte, dass vor allem das Dorf Weizen gut repräsentiert werden sollte. Am finanziell betrachteten Ende stünden nun neben dem Plus in der Kasse auch neue Fahnen und Banner im Verein. Alle Beteiligten seien gerne beim Narrentreffen dabei gewesen und darüber hinaus hatten auch "die anderen Dorfvereine zusätzlich gute Einkünfte". Nach einer frühen und nur vier Wochen langen Fasnacht 2016 wird der Narrenverein Weizen im Frühjahr mal wieder zu einem zweitägigen Ausflug aufbrechen. Der Zigeunerball in der Ehrenbachhalle Weizen wird am Samstag, den 16. Januar stattfinden. Ein neuer "Motto-Ball" am Samstag, den 30. Januar ersetzt im kommenden Jahr den Maskenball in Weizen.

Zu Beginn der offenen Aussprache am Ende der Narren-Tagung wünschte sich zunächst Narrenvater Christian Schelble eine "kontinuierliche Veränderung" in der Vorstandschaft für die kommenden Jahre. Er selbst sei mittlerweile 20 Jahre in der ersten Reihe. Sein Stellvertreter Tobias Held sei neuerdings beruflich besonders eingespannt. "Für den Verein wäre es gut, wenn es hier Wechsel gäbe".

Prinzipiell müsse ein Ziel des Vereins sein, "die schöne, gute Tradition aufrecht zu erhalten". Aufkommenden Problemen, etwa bei der Bewirtung am Schmutzigen Donnerstag oder beim Fasnachtsfeuer, müsse entschieden entgegen getreten werden: "Diese Vereinskultur steht explizit in unserer Satzung!" Hermann Hamburger wünschte sich für die Geissen-Guggis, die auch dem Narrenverein zugehören, jungen Nachwuchs. Christian Schelble hielt in seinen Schlussworten fest: "Die langsam behäbige Geiß muss wieder aktiver werden!"