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14. September 2017

"Taten, nicht Worte sprechen Bände"

BZ-INTERVIEW mit Antonia Dietsche, Kandidatin zur Bürgermeisterwahl in Stühlingen.

  1. Antonia Dietsche Foto: Privat

STÜHLINGEN. Antonia Dietsche kandidiert am Sonntag, 24. September, auf die Bürgermeisterstelle in Stühlingen. Sollte sie gewählt werden, möchte sie Stühlingen generationenübergreifend attraktiv gestalten. Sie möchte sehr genau Haushalten – Einnahmen hoch, Ausgaben runter, ohne am falschen Ende zu sparen.

BZ: Warum wollen Sie Bürgermeisterin von Stühlingen werden?
Dietsche: Stühlingen liegt wunderbar zwischen Schwarzwald, Schweiz, Baar und Hochrhein. Hier würde ich gerne Verantwortung übernehmen, schon aus Pflichtgefühl.
BZ: Welche Schwerpunkte wollen Sie für die Gesamtstadt setzen, welche in der Kernstadt und den Ortsteilen?
Dietsche: Die Liebe zur Gesellschaft zeigt sich im öffentlichen Raum. Das große Ganze besteht aus Details wie etwa Geschwindigkeitsüberwachung, sichere Verkehrsübergänge, Kinderspielplätze, Sitzgelegenheiten, Hundekot-Entsorgung usw. In der Kernstadt hat jedes Stadtviertel eigene Bedürfnisse, Beispiel Altstadtsanierung. Das gilt freilich auch für die Ortsteile. Dort möchte ich ausdrücklich die Betriebe unterstützen sowie den Bedarf an Wohnraum stillen.

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BZ: Wie beurteilen Sie die finanzielle Lage Stühlingens?
Dietsche: Grundsätzlich gilt: Einnahmen hoch, Ausgaben runter, ohne am falschen Ende zu sparen. Notwendig, nützlich, Nachfolgekosten – in Stühlingen muss man sehr genau Haushalten. Das Neue Kommunale Haushaltsrecht, das in Stühlingen noch implementiert werden muss, wird eine große Hilfe sein. Außerdem macht Not bekanntlich erfinderisch und viele gute Ideen werden durch Knappheit geboren. Wie sagte der Smartphone-Geburtshelfer Steve Jobs? Stay hungry, stay foolish! Wer nur in den eigenen vier Wänden sitzt, wird kaum auf gute Ideen kommen.

BZ: Wo sehen Sie Ihre persönlichen Stärken?
Dietsche: Taten, nicht Worte sprechen Bände. Mein Weg ist unter http://www.antoniadietsche.de einsehbar. Warnung: Das ist keine Beamtenkarriere. Als Absolventin zweier Schweizer und zweier baden-württembergischer Hochschulen durfte ich eine hervorragende Lehre genießen. Man kennt viele Informationsquellen, etwa zu Fördermitteln. Insgesamt bin ich sachorientiert und daher unparteiisch. Auf eine freundliche und kompetente Verwaltung lege ich allergrößten Wert.

BZ: Welche Visionen haben Sie für Stühlingen?
Dietsche: Wer Visionen hat, soll zum Arzt. Mein Programm lautet: Senioren – Kinder – Infrastruktur; Stühlingen als generationenübergreifend attraktive Gemeinde für Einwohner, Gäste und Betriebe. Das Programm ist ganzheitlich. Details gibt es bei den öffentlichen Wahlauftritten zu hören.

BZ: Welche Bedeutung hat für Sie die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen?
Dietsche: Groß. 2016 besuchte ich deshalb in Ludwigsburg eine Fachtagung zur interkommunalen Zusammenarbeit mit erfahrenen Bürgermeistern, Verwaltungsbeamten und Wissenschaftlern.

BZ: Wo sehen Sie hier Ansatzpunkte, dies noch zu vertiefen?
Dietsche: Ein Beispiel: Im Landkreis Heilbronn fusionierten die Gemeinden Ellhofen und Lehrensteinsfeld ihre Feuerwehren und bauten im Zweckverband ein neues Feuerwehrhaus für die gemeinsame Wehr Ellbachtal. Ich könnte mir kommunale Zusammenarbeit auch in ganz anderen Bereichen vorstellen, wie etwa Bildung, Kultur, Soziales und allgemein im Beschaffungswesen. Aber: Es ist einfacher, eine eingeseifte Sau zwischen den Beinen zu behalten, als aus einem Zweckverband auszutreten. Und grundsätzlich untersagt das Gebietsprinzip, durch wirtschaftliche Aktivitäten in das Gebiet einer anderen Kommune einzudringen.
BZ: Wie verbringen Sie am liebsten Ihre Freizeit?
Dietsche: Derzeit gerne im und auf dem Wasser, ob flüssig oder gefroren. Im Juni und Juli war ich ehrenamtlich für die DLRG im Küstenwachdienst auf Deutschlands größter Insel, Rügen. Empfehle ich hiermit allen Rettungsschwimmern weiter. Nicht missen möchte ich meine Jugend in den Vereinen der Region. Viele Leser werden sich erinnern. Mit eigenem Auto lässt es sich auf dem Land lustig leben und ich fahre gerne in die umliegenden Städte, um Ausstellungen zu besuchen, zuletzt die Sammlung Oskar Reinhart im Winterthurer Stadtgarten.

BZ: Auf was werden Sie nicht verzichten, wenn Sie Bürgermeisterin werden?
Dietsche: Auf Alkoholverzicht. Ich trinke kaum Alkohol. Ich möchte weiterhin Inlineskaten oder ein gutes Buch lesen dürfen.

BZ: Worüber ärgern Sie sich am meisten, beziehungsweise worüber können Sie sich freuen?
Dietsche: Sprudelnde Steuereinnahmen und gleichzeitige Geschenke an internationale Unternehmen, während das Geld für Sanierungen, Schulen, Straßen und Schwimmbäder fehlt – ist das nicht ärgerlich? Nicht nur wundern Antonia, sage ich mir da. Umgekehrt freue ich mich wie jeder Mensch über alles Schöne und Gute, beispielsweise höre ich gerne Musik und bewundere musikalische Menschen.

BZ: Warum sollen die Stühlinger Wähler Ihnen ihre Stimme geben?
Dietsche: Weil ich mich mit ganzer Energie und voller Überzeugung für ihre Belange einsetzen werde. Die Einwohner haben mir gegenüber wiederholt folgende Aktionsfelder genannt: Bauen, Bildung, Finanzen, Telekommunikation, Vereine, Verkehr und Verwaltung. Sie wünschen sich außerdem frischen Wind und Kreativität.

Autor: bz