Vereine prägen das gesellschaftliche Leben in Blumegg

Johannes Renner

Von Johannes Renner

Sa, 08. September 2018

Stühlingen

LEBEN IN DEN ORTSTEILEN: Das 224-Seelen-Dorf Blumegg ist besonders für seine Museumsmühle in der Region bekannt.

STÜHLINGEN-BLUMEGG. Blumegg ist der höchst gelegene Ortsteil Stühlingens. Auf 667 Meter Höhe weitet sich der Blick über die Landschaft. "Jeder kennt hier jeden, und wir liegen auf dieser Anhöhe in herrlicher und ruhiger Landschaft", sagt Ortsvorsteher Gerd Müller (CDU) über das 224-Seelen Dorf. "Wir sind noch stark landwirtschaftlich geprägt", so Müller, der in Zürich als Informatiker arbeitet. Sechs Vollerwerbsbetriebe mit Viehhaltung und Ackerbau existieren noch in Blumegg. Dabei spielen laut Müller auch erneuerbare Energien eine Rolle: "Wir haben viel Photovoltaik auf den Dächern im Dorf und einen Biogas-Energiebetrieb."

Um junge Familien im Ort zu halten, bräuchte Blumegg nach Angaben des Ortsvorstehers mehr Bauplätze. Die landwirtschaftlichen Nutzwege müssen instand gehalten werden. Ansonsten ist der 57-jährige gebürtige Blumegger mit der Dorfentwicklung zufrieden. Seit 2009 ist Müller Ortsvorsteher. Er lobt, die Vereine im Dorf stünden gut da, seien von der Altersstruktur her durchmischt. Musik-, Feuerwehr, Landfrauen- und Sportverein prägen das gesellschaftliche Leben des Dorfes. Der Kirchenchor musste mit Grimmelshofen fusionieren.

Die gewerbliche Struktur in Blumegg entspricht der Größe des Dorfes. Ein Metallbetrieb und Dreher, ein Kfz-Mechaniker, ein Landschaftspfleger und ein Schornsteinfeger sind hier ansässig. "Die meisten sind Ein-Mann-Betriebe", so Müller, der bedauert, dass es im Dorf mit dem Hirschen nur noch eine Gaststätte gibt. Gastronomisch blickt man daher in eine ungewisse Zukunft.

Eine Besonderheit in Blumegg ist im nahe gelegenen Weiler die Museumsmühle. Regelmäßig gibt es Führungen. Man kann dort hautnah erleben, wie nach alter Väter Sitte gemahlen wird. "Am Sonntag, 9. September, findet ein Tag der offenen Tür statt", wirbt Müller für das Kulturdenkmal, das der Landkreis erworben und umfassend saniert hat. Die Umgebung sei ohnehin sehr attraktiv für Gäste wie Einheimische. Der Aussichtspunkt "Flühenblick" schenkt dem Betrachter eine imposante Sicht auf einen Teil der Museumsbahn und den Eingang zur Wutachschlucht. An diesen Ort kommt Müller gern, der sich für die Zukunft wünscht, "dass wir das erhalten können, was wir haben".

Museumsmühle: Am Sonntag, 9. September, ist die Museumsmühle von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Führungen im September, dann gegen ein kleines Eintrittsgeld in Höhe von 3 Euro für Erwachsene, finden am heutigen Samstag, 8. September, sowie am Wochenende 22./ 23. September jeweils von 14-16 Uhr statt.