Veteranen bleiben bis dato die Stützen des Vereins

Andreas Mahler

Von Andreas Mahler

Do, 13. April 2017

Stühlingen

Ehrungen stellen emotionalen Höhepunkt in der Hauptversammlung des FC Weizen dar / Richard Baschnagel seit 70 Jahren dabei.

STÜHLINGEN-WEIZEN. Der Tagesordnungspunkt "Ehrungen für langjährige Vereinsmitgliedschaft" war emotionaler Höhepunkt an der Hauptversammlung des FC Weizen. Nicht alle Geehrten konnten anwesend sein. Trotzdem kam eine stattliche Reihe zusammen.

Für 25 Jahre wurden Frank Basler, Christian Brugger, Herbert Burger, Veronika Heine, Stefan Käbel und Cornel Woll ausgezeichnet. Vorstand Jannik Boma charakterisierte davon zwei Anwesende: Frank Basler als Teil des legendären 1972-Jahrgangs, der gezwungenerweise wegen einer schweren Knieverletzung mit dem aktiven Fußball aufhören musste. Später als Jugendtrainer und bis 2014 acht Jahre lang als Kassierer im Vorstand tätig. Cornel Woll, derzeitiger Kassierer, kickt seit der Jugend in Weizen und ist als "Dauerlibero" in Erinnerung. Er trainiert zudem die Damen-B-Jugend.

Für 40 Jahre FC Weizen wurden Harald Baschnagel, Klaus Boma, Helmut Kaiser, Peter Scherzinger und Erich Winter geehrt. Harald Baschnagel ist seit der C-Jugend dem Club treu, war Teil der Bezirksligamannschaft, neun Jahre lang Platzwart und vier Jahre als Festwirt zweiter Vorstand. Klaus Boma galt lange als "Bomber" der 2. Mannschaft, bis ihn ein Achillessehnenriss zum Aufhören zwang. Er trainierte die C-Jugend und ist jetzt Kapo der Alten Herren. Viele Bauabschnitte auf dem Sportplatz hat er aktiv begleitet, seit 2008 Ehrenmitglied. Er fährt zu jedem Auswärtsspiel der "Ersten" mit und gilt zugleich als "scharfer" Kritiker derselbigen. Helmut Kaiser war entschuldigt, da er zeitgleich das Lausheimer Blasmusikorchester dirigieren musste. Peter Scherzinger spielte den Libero in der 1. und 2. Mannschaft und wurde in Weizen ob seiner ruhigen Art und seines Fußballverstandes als Trainer geschätzt. Als sein größter Erfolg gilt, die A-Jugend Spielgemeinschaft Stühlingen-Weizen in die Verbandsstaffel geführt zu haben. Er leitete zudem alle Jugend- und Erwachsenenteams in Weizen. Erich Winter war als "Sturmtank", so der Laudator Boma, bei den Gegnern gefürchtet und gilt als eingefleischter "Wizzemer Kicker". Er war auch bei der legendären Bezirksligamannschaft dabei. Acht Jahre war er als Kassierer im Vorstand tätig und eine wichtige Stütze bei der Clubheimsanierung. 2006 wurde er ob seiner Verdienste Ehrenmitglied.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Klaus Eigenstätter, der nicht präsent sein konnte, und Karl Pieper geehrt. Letzterer kam 1967 aus dem hohen Norden als Betriebsleiter zur Firma Stotmeister und fand sofort den Weg zum Fußballclub. In seinem ersten Spiel schoss er gleich zwei Tore und überzeugte als Zugezogener. In den 1970er Jahren fungierte er als Trainer. Pieper erzählte schmunzelnd die Anekdote, dass er geglaubt habe, falls er nicht in den Club eintrete, bekäme er auch den Job bei Sto nicht. Er gründete die Fußballveteranen und ist seit 2007 Ehrenmitglied.

Otto Gäng ist seit 60 Jahren Mitglied beim Fußballclub, obwohl sein Herz für den örtlichen Musikverein schlägt. Dennoch hat er den Verein stets bei den Arbeitseinsätzen unterstützt.

Mitglied seit 70 Jahren

Richard Baschnagel ist seit sage und schreibe 70 Jahren Mitglied des FC Weizen. Daher war es für Jannik Boma, Jungspund im Vorstand des Fußballclubs, eine besondere Angelegenheit bei der Hauptversammlung, die Laudatio auf den Geehrten zu halten. Baschnagel fing in den Nachkriegsjahren als Torwart an. Ein Beinbruch, den er zwischen Weihnachten und Silvester beim Aushelfen in der 2. Mannschaft erlitten hatte, zwang ihn, seine Karriere zu beenden. Er soll damals, da noch keine Krankenwagen unterwegs waren, in einen VW Käfer verfrachtet und so ins Stühlinger Krankenhaus gebracht worden sein. Später in der Alte Herrenmannschaft stand er wieder im Tor. Neben dem Sportlichen trat Harald Baschnagel als Ideengeber hervor, wenn es um das Handwerkliche ging. So war er Ende der 1960er Jahre maßgeblich daran beteiligt, dass eine Festbühne gebaut wurde, die noch heute bei der jährlichen Sportwoche zum Einsatz kommt. 1974 war er "Macher" beim Clubheimbau, ebenso wie beim Anbau von 1979, als der Gastraum zu klein wurde. Jannik Boma erinnerte sich selbst an das Jahr 2008, als Richard Baschnagel bei wechselhaftem Wetter das Zelt für das Narrentreffen mit aufbauen half. Den bald 88-Jährigen trifft man heute noch als regelmäßigen Gast auf dem Sportplatz. In schalkhafter Manier bedankte er sich für die Ehrung, die kräftig beklatscht wurde. Als außergewöhnliches Beispiel stand Richard Baschnagel an diesem Abend für die Traditionskultur des Fußballclubs Weizen ein.