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05. Januar 2012 08:50 Uhr
Tief Andrea
Sturm über Südbaden: Höllentalbahn betroffen
Orkantief Andrea stürmt im Tagesverlauf über Südbaden. Im Hochschwarzwald behindert starker Schneefall den Verkehr. Die Dreiseenbahn steht still, der Verkehr auf der Höllentalbahn wurde beeinträchtigt.
Die Bahn bestätigte BZ-Informationen, dass gegen 15.30 Uhr bei Neustadt Bäume auf die Gleise der Höllentalbahn fielen. Ein Zugführer bemerkte die Hindernisse rechtzeitig und konnte problemlos anhalten. Die Feuerwehr musste anrücken, um die Bäume zu entfernen.
Der Betrieb der Dreiseenbahn zwischen Titisee und Seebrugg wurde bereits am Mittag eingestellt. Die Deutsche Bahn richtete einen Busersatzverkehr ein. Wegen der Sturmwarnung wurde zudem der Zugverkehr zwischen Villingen und Rottweil eingestellt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Die Züge der Hohenzollerischen Landesbahn fahren hingegen.
Dem Feldberg brachte Andrea den ersten richtigen Schneesturm des Jahres. Durch den starken Schneefall war die B317 wieder ein großes Problem für Lastwagen und Autos. Einige mussten die Schneeketten aufziehen um von der Stelle zu kommen. Die B317 war nur schwer passierbar und der örtliche Winterdienst hatte mit dem Räumen alle Hände voll zu tun.
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Das Sturmtief entwurzelte zwischen 15.20 und 15.45 im Schwarzwald-Baar-Kreis eine Reihe von Bäumen. Die Straße zwischen Königsfeld und Brogen wurde komplett gesperrt, weil sie durch fünf Bäume blockiert war. In Schwenningen wurde ein Auto beschädigt.
Kurz nach 14 Uhr erreichte das Sturmtief auch den westlichen Teil der Ortenau erreicht. Nach knapp einer Stunde ließen die starken Böen wieder etwas nach. Die Kehler Polizei war über ein Dutzend mal im Einsatz. Auf der Hafenzufahrt Ost verlor ein Lkw seine Holzladung. Dabei wurde die Frontscheibe eines Kehler Streifenwagen beschädigt.
Die Feuerwehr rückte zu einem Brandalarm in der Stadthalle aus, der sich aber als Fehlalarm erwies, den das Unwetter ausgelöst hatte.
Auch Sundheim und Neumühl waren von dem Sturm betroffen. Drei Bäume blockierten in der Nähe des Flugplatzes, auf der Berliner Straße und am Gießelbach die Fahrbahn. Auf dem Weg Richtung Norden wurden in Rheinau-Freistett und Linx mindestens zwei Dächer von Wohnhäusern abgedeckt. In Freistett hilt der Weihnachtsbaum vor dem Rathaus dem Orkan nicht stand. In der Nähe des Polizeipostens in Rheinau-Freistett stürzte eine Tanne auf eine Garage. In Offenburg sagte der Weihnachtscircus eine Nachmittagsvorstellung ab.
Bereits am Vormittag behinderte ein umstürzter Baum die Kreisstraße zwischen Zell am Harmersbach und Oberentersbach. Ein zweiter Baum drohte auf die Fahrbahn zu fallen. Aus Sicherheitsgründen wurde diese Strecke für den Verkehr bis voraussichtlich Morgen gesperrt.
In Kirchzarten riss der Sturm bereits gegen 10.40 Uhr einen Baum um, der auf einen geparkten Kleinbus fiel. Verletzt wurde niemand, es entstand geringer Sachschaden.
Gegen 11 Uhr meldete ein Anrufer der Polizei, dass im Industriegebiet Freiburg-Hochdorf, ein Wohnwagen umgekippt sei. Wie es in einer Mittelung heißt, war dieser am Straßenrand geparkt und wurde vom Sturm umgefegt. Verletzt wurde niemand.
Gegen 11.30 Uhr drohte ein Baum auf eine Straße in Opfingen zu fallen. Er konnte gesichert werden. Im Freiburger Stadtteil Rieselfeld riss der Sturm ein Stück von einem Baugerüst zu Beginn der Rieselfeldallee ab. "Das Gerüstteil prallte seitlich gegen einen geparkten Wagen", sagte Ulrich Brecht, Pressesprecher der Polizei. BZ-Informationen zufolge entstand ein Schaden von 3000 Euro.
Im Landkreis Emmendingen hielten sich bis zum Mittag die Schäden in Grenzen. Einige Bäume wurden entwurzelt, Verkehrs- und Baustellenbilder umgeworfen. Wegen umgestürzter Bäume musste die Polizei die Landstraße 186 von Waldkirch über den Kandel sperren. Sie wird wohl nicht vor Donnerstagnachmittag wieder freigegeben.
Auf der Autobahn 5 zwischen Rastatt und Appenweier warnte die Polizei über den Verkehrsfunk vor umstürzenden Baustelleneinrichtungen und Verkehrszeichen.
Sturmböen zwischen 90 und 100 Stundenkilometer zogen über Südbaden. In den Niederungen gingen die Experten des Deutschen Wetterdiensts von orkanartigen Böen, die mit 105 und 120 Kilometer pro Stunde über das Land wehen, aus. Im Bergland oberhalb 800 Meter rechneten sie mit Orkanböen zwischen 120 und 140 Stundenkilometer – in Gipfellagen des Schwarzwaldes auch mit mehr als 150 Kilometer pro Stunde. Eine Unwetterwarnung war in Kraft. Vereinzelt waren auch kurze Gewitter möglich.
Bereits seit den frühen Morgenstunden fiel in Südbaden starker Regen. Dem DWD zufolge stieg im Schwarzwald die Schneefallgrenze vorübergehend auf bis zu 1200 Meter an..
Bis Donnerstagabend erwarteten die Experten zwischen 25 und 40, in den Nordweststaulagen des Schwarzwalds bis 50 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg warnte vor Hochwasser und der Überflutung von Bächen und Flüssen. Besonders betroffen seien Gewässer im Bereich Südschwarzwald.
Zum Abend hin sank die Schneefallgrenze auf etwa 800 Meter. Im Bergland musste zunehmend mit Glätte durch Schnee und Schneematsch gerechnet werden. In den Gipfellagen waren zwischen 15 und 30 Zentimeter Neuschnee möglich, örtlich auch 40 Zentimeter – und in Verbindung mit dem starken Wind nimmt die Gefahr vor Schneeverwehungen und Glätte zu.
Der Deutsche Wetterdienst stufte am Donnerstag um 17.45 Uhr die Warnung vor Orkanböen auf eine Sturmwarnung herunter.
Im Bodenseekreis beschädigten umfallende Bäume drei fahrende Autos, Menschen kamen aber nicht zu Schaden, hieß es. Auch im Landkreis Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis mussten umgestürzte Bäume von Straßen geräumt werden. Die Zoos in Karlsruhe und Heidelberg sowie einige Friedhöfe blieben wegen des Unwetters geschlossen. Auch der Ulmer Weihnachtscircus hat zwei Vorstellungen abgesagt.
Derweil haben Sturmböen in Regensburg das Dach eines Möbelmarktes abgedeckt. Von den Trümmerteilen sei niemand verletzt worden, teilte die Polizei mit. "Um die umherfliegenden Teile des Wellblechdaches zu bergen, ist die Autobahn 3 derzeit komplett gesperrt", sagte ein Sprecher am Vormittag. Das betreffe beide Fahrtrichtungen zwischen Nürnberg und Passau auf einer Länge von etwa fünf Kilometern. Außerdem meldete die Polizei mehrere umgestürzte Bäume in der Region.
In Nordbayern hat der Sturm bislang nur geringe Schäden angerichtet. Die Polizeistationen meldeten am Vormittag vor allem umgestürzte Bäume und zeitweise gesperrte Straßen. In Unterfranken hatte der starke Wind auf der A3 zwischen Wertheim und Helmstadt den Anhänger einen Lastwagens umgekippt. Die Autobahn musste in Richtung Nürnberg gesperrt werden. In der Nähe des oberfränkischen Hofs wurde ein Autofahrer in der Nacht leicht verletzt, weil ein Baum während der Fahrt auf seinen Wagen fiel.
Bis zum Donnerstagabend ist Andrea aber schon weiter nach Osten abgezogen und die Wetterlage wird sich allmählich wieder beruhigen, so Helmut Malewski vom DWD.
Bis dahin gilt: Es können Bäume entwurzelt und Ziegel vom Dach gefegt werden. Straßen und Schienen können durch Überflutung oder Erdrutsche unpassierbar werden. Autofahrten sollen vermieden werden.
- Aktuell: Das Wetter in Südbaden
Autor: sill/hsl/pd (18.50 Uhr)


