18 haben überlebt

Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

So, 14. Januar 2018

Südwest

Der Sonntag Nach langem Ringen stehen nun die Vorranggebiete für Windkraftanlagen in der Region fest.

Viele Monate haben sich Gemeinderäte und Bürgermeister vom Markgräflerland bis zur Ortenau mit den Ideen der Planer des Regionalverbandes Südlicher Oberrhein damit auseinandergesetzt, wo künftig Vorrangflächen für Windkraftanlangen entstehen könnten. In dieser Zeit wurden Standorte wegen des Widerstands der Bevölkerung aufgegeben, andere in gemeinsamem Einvernehmen als gewünscht klassifiziert, und passieren konnte auch – so geschehen beim Gschasikopf bei Elzach – dass sich Verband und Gemeinde über einen fertig geprüften Standort freuten, dann in letzter Sekunde aber das Regierungspräsidium dort ein Auerhuhn-Habitat sah und die Genehmigung entzog.

Es war ein zähes Ringen. "Man hat gesehen, dass die Akzeptanz der Windkraft nicht zwingend zugenommen hat", sagt Regionalverbandsdirektor Dieter Karlin. Nach der ersten Offenlage mussten sich die Beteiligten mit rund 700 Eingaben von Einzelpersonen, Gemeinde- und Interessensvertretern beschäftigen, in der zweiten noch mit rund 290. Von 30 Gebieten für Windkraftstandorte, mit denen der Regionalverband gestartet war, haben 18 die Öffentlichkeitsbeteiligung überlebt. Sie stehen nun im Planentwurf des Verbandes, der kommenden Mittwoch von dessen Planungsausschuss diskutiert und, falls dort Einigkeit erzielt werden kann, dann am 25. Januar in die Satzung des Verbandes verankert wird. Dann bestehen die Vorrangebiete als eine Art Minimalkulisse, innerhalb derer die Standorte nicht plötzlich wieder als unerwünscht festgelegt werden können, also künftig vor politischen Einflüssen geschützt sind. Und an denen Windräder von der Windhöfigkeit her wirtschaftlich zu betreiben sind – selbst bei Veränderungen der Förderbedingungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, glaubt man beim Regionalverband.

Auf den 18 Gebieten auf insgesamt 900 Hektar Fläche stehen bereits 23 Windräder oder sind im Bau oder zumindest bereits genehmigt. Nach Berechnung des Verbandes können bis zu 55 weitere Anlagen dort errichtet werden, mit ihnen ließe sich der Strombedarf von rund 80 000 Haushalten decken, so die vorsichtige Berechnung. "Ob diese Standorte alle realisiert werden, liegt nicht mehr in unserer Hand", sagte Regionalverbandsdirektor Dieter Karlin diesen Mittwoch. "Nicht mal mehr in der Hand der Gemeinden." Natürlich könnten Projekte von Investoren auch auf Vorrangflächen weiterhin daran scheitern, dass sie keine Genehmigung kriegen – wenn etwa ein Auerhuhn gesichtet wird.

Der Plan des Regionalverbandes nähert sich weitgehend dem an, was in Südbaden an Windkraft noch realisierbar ist. Die Ausbauziele der einstigen Landesregierung lassen sich nicht mehr erreichen. Rund 1 200 Anlangen sollten bis 2020 in Baden-Württemberg errichtet werden, bislang stehen erst 300.jki