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15. Juli 2014 20:38 Uhr

Engagement

Ausbau der Rheintalbahn: Die Region setzt sich durch

Gemeinsam haben Bürgerinitiativen und Politiker aus der Region dafür gekämpft, die Bahn von ihren ursprünglichen Ausbauplänen für die Rheintalbahn abzubringen. Offenbar mit Erfolg.

  1. Der Ausbau der Rheintalbahn ist derzeit auf rund 6 Milliarden Euro veranschlagt. Foto: Siegfried Gollrad

"Ich habe das Gefühl: Es geht voran": Freiburgs Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer ist mit viel Zuversicht aus Berlin von der jüngsten Sitzung des Projektbeirats zum Ausbau der Rheintalbahn zurückgekehrt. Mit ihrem Optimismus steht sie nicht allein: Auch die Bürgerinitiativen, die die Pläne der Bahn für den viergleisigen Ausbau früher heftig kritisiert haben, sehen das bisher auf rund 6 Milliarden Euro veranschlagte Projekt weitgehend auf einem guten Weg. Der Tunnel in Offenburg gilt ihnen als gesetzt.

"Eine Region plant um": Auf diese Formel bringt Dieter Karlin, Direktor des Regionalverbands Südlicher Oberrhein, die gemeinsame Anstrengung von Bürgerinitiativen und Politikern aus der Region, die Bahn von ihren ursprünglichen Ausbauplänen für die Rheintalbahn abzubringen. Statt mitten durch Offenburg sollen nun, Michael Odenwald, der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hat es in Aussicht gestellt, die Güterzüge durch einen zweiröhrigen Tunnel unter der Stadt hindurchfahren. Laut Landesverkehrsminister Winfried Hermann "für die Stadt und ihre Bürger eine wichtige und sehr gute Nachricht".

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Im Markgräflerland kommt die Bürgertrasse in Tieflage statt der ursprünglich hochgelegten Bahnstrecke, die Güterumfahrung von Freiburg wird, was den Lärmschutz angeht, aufwendig verbessert, und auch im Streit um die Trassenführung zwischen Riegel und Offenburg will der Bund bis Mitte des kommenden Jahres erfahren, was die Region mehrheitlich wünscht. Und dies, obwohl die Wünsche der Region deutlich mehr kosten als das von der Bahn vor allem nach Ansprüchen ihrer Betriebsabläufe Geplante.

Auf die Wünsche der Region reagiert

So auf die Wünsche der Region zu reagieren, sei in den fünf Jahren, die es den Projektbeirat gibt, ein "Lern- und Erfahrungsprozess" für Bahn und Bund gewesen, so Karlin. Freilich – das räumt er ein – ist davon noch nichts gebaut. Aber nun will die Bahn Tempo machen, wie auch Bärbel Schäfer sagt. Im Spätherbst will die Bahn erstmals die Öffentlichkeit informieren, was sie im nördlichen Abschnitt der Umfahrung Freiburg nun vorhat. Im Sommer sollen die Pläne für den Streckenneubau im Planfeststellungsverfahren offengelegt werden; der südlich anschließende Abschnitt folgt im Jahr darauf.

Auch zwischen Freiburg-Süd und Buggingen soll die sogenannte Bürgertrasse rasch geplant werden. Zuvor sind aber noch Probleme des Hochwasserschutzes zu klären, für die vor allem das Land zuständig ist. Zudem sind die Grenzen eines Vogelschutzgebietes bei Grißheim zu bestimmen – alles beherrschbare Probleme, wie die Fachleute in der Projektbeiratssitzung versichert haben. Und im Süden, wo die Forderung, alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel fahren zu lassen, die Bahn noch vor technische Probleme stellt, wollen Bund und Bahnplaner sich mit den betroffenen Kommunen und Bürgerinitiativen bis Mitte November einigen – andernfalls, so kündigte Odenwald an, werde der Bund entscheiden.

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Autor: Wulf Rüskamp