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25. Oktober 2013 05:31 Uhr

Rheintalbahn

Hochwasserschutz für Bürgertrasse könnte teuer werden

Der Bürgertrasse der Rheintalbahn droht möglicherweise neues Ungemach: Weil die Bestimmungen für den Hochwasserschutz verschärft würden, könnte der Bau laut Bahn deutlich teurer zu werden.

  1. Die Rheintalbahn wird ausgebaut. Foto: Siegfried Gollrad

Der Chefplaner der Bahn-Neubaustrecke Karlsruhe–Basel, Matthias Hudaff, erwartet beim Bau der Trasse durchs Markgräflerland erhebliche Mehrkosten für den Hochwasserschutz. Hintergrund sei, dass der Landkreis und das Regierungspräsidium neue Hochwassergefahrenkarten erstellt haben. Dabei geht das Land bei einem Jahrhunderthochwasser von größeren Wassermengen aus, weshalb die Anforderungen erhöht wurden.

"Speziell für die Bürgertrasse im Markgräflerland und die dort geplante Tieferlage hat das erhebliche Auswirkungen", führte Hudaff in einem Vortrag an der Universität Freiburg aus. Entweder müssten die Tröge neu konstruiert und anders gebaut werden, denn sie dürften nicht volllaufen. Oder der Hochwasserschutz müsse vom Land und den Kommunen an anderer Stelle verbessert werden, etwa durch Rückhaltebecken oder Flutungsflächen. In jedem Fall erwartet Hudaff erhebliche Mehrkosten, intern steht die Summe von 120 Millionen Euro im Raum. Aus den Erfahrungen, die die Bahn mit dem Hochwasser in Sachsen und Sachsen-Anhalt im Sommer gemacht haben, werde man jedenfalls Konsequenzen ziehen.

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Werner Hoffmann, Abteilungsleiter Wirtschaft und Infrastruktur beim Regierungspräsidium, teilt die Befürchtungen nicht. Bei der Berechnung der Mehrkosten für die Bürgertrasse seien die Bedingungen für den Hochwasserschutz sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht bereits geprüft worden. Nun würden sich noch einmal die Fachbehörden äußern, sobald konkrete Pläne vorliegen. Bis dahin sei es zu früh, über eventuelle zusätzliche Mehrkosten über die bekannten 250 Millionen Euro hinaus zu spekulieren. Vertreter der Bürgerinitiativen nannten die Darstellung Panikmache. Die Zusatzkosten bewegten sich im Bereich der Unsicherheiten in diesem Planungsstadium, zudem müsse der Hochwasserschutz ohnehin verbessert werden.

Nach Einschätzung des Planers werden die Umfahrung Freiburg und der Abschnitt bis Buggingen frühestens 2025 in Betrieb gehen, die gesamte Strecke könnte im besten Fall 2029 befahrbar sein.

Autor: Franz Schmider