Bahnverbindung soll bis 2026 kommen

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Von Sebastian Wolfrum, Bärbel Nückles & dpa

Fr, 06. Juli 2018

Südwest

Departementspräsidentin zur Strecke Freiburg-Colmar / Kritik an Sicherheit französischer Akw.

FREIBURG (swo/bnü/dpa). Die direkte Bahnverbindung von Freiburg nach Colmar soll schon bis 2026 fertig sein. Diesen Wunschtermin stellte die Präsidentin des Départements Haut-Rhin (Südelsass), Brigitte Klinkert, bei einer Sitzung der Region Freiburg am Mittwochabend vor. In dem Gremium für regionale Zusammenarbeit wurde der Stand der Planungen für die Zeit nach der Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim dargelegt. Der Wegfall der dortigen Arbeitsplätze soll in der strukturschwachen Region kompensiert werden.

Derzeit wird außer über die Bahnverbindung auch darüber nachgedacht, in Fessenheim einen deutsch-französischen Gewerbepark und ein Forschungszentrum aufzubauen. Mögliche Forschungsbereiche könnten etwa recycelbare Solarzellen oder Batteriezellen sein. Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sprach davon, dass derzeit ein günstiger Moment für das Projekt in der Politik bestehe: Viele Akteure auf verschiedenen Ebenen hätten sich positiv dazu geäußert. Es könnte ein europäisches Leuchtturmprojekt entstehen.

Deutschland und Frankreich finanzieren eine Machbarkeitsstudie für die Bahnverbindung. Eine deutsch-französische Arbeitsgruppe, die den neuen Elysée-Vertrag ausarbeitet, sprach sich für Zugstrecke und Gewerbepark aus. Schäfer schätzt, dass die Bahninfrastruktur bis zu 200 Millionen Euro kosten könnte.

Unterdessen hat eine französische Parlamentskommission "Schwachstellen" bei der Sicherheit der Atomkraftwerke des Landes ausgemacht. Besonders kritisch bewertet der Bericht, dass häufig externe Dienstleister eingesetzt werden. Auch beim Schutz vor Terrorismus sieht die Kommission der Nationalversammlung Schwächen. Die Abgeordneten schlagen 33 Maßnahmen vor, um die Atomanlagen besser gegen Unfälle und Terrorattacken zu wappnen. Studien des Freiburger Ökoinstituts waren bereits früher in Bezug auf das Akw Fessenheim zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Im März 2014 gelang es einer Gruppe von Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace, auf das Gelände vorzudringen und einen der Reaktoren zu besetzen.

Der mehrheitlich staatseigene Stromkonzern EdF entgegnete auf die Kritik aus dem Parlament, dass die Atomaufsicht die Sicherheit der Akw für 2017 in einem Bericht als insgesamt zufriedenstellend bewertet hat.