Landwirtschaft

Blauzungenkrankheit breitet sich in Südbaden aus

dpa, Annemarie Rösch

Von dpa & Annemarie Rösch

Fr, 11. Januar 2019 um 16:15 Uhr

Südwest

Die Blauzungenkrankheit ist in weiteren Betrieben mit Rindern ausgebrochen. Der Schwerpunkt liegt derzeit im Raum Südbaden. Produkte von betroffenen Tieren können ohne Bedenken verzehrt werden.

Das Virus wurde den Angaben nach bislang in 14 Betrieben in den Landkreisen Rastatt, Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach sowie in Freiburg festgestellt. Die Ansteckung sei in den vergangenen Wochen erfolgt, das Virus vom Serotyp 8 (BTV-8) breite sich daher auch in der kalten Jahreszeit aus, warnte Agrarminister Peter Hauk.

"Ich appelliere daher insbesondere an alle Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter, ihre Tiere gegen BTV-8 als auch gegen das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 4 (BTV-4) impfen zu lassen." Letzteres sei in den vergangenen Jahren in den Anrainerstaaten nachgewiesen worden.

Das Virus ist laut Landwirtschaftsministerium für Menschen nicht gefährlich. Fleisch und Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse könnten ohne Bedenken verzehrt werden. Die Krankheit kann Schafe, Ziegen und Rinder befallen und wird durch Mücken übertragen. Ein typisches Symptom ist eine geschwollene, blau gefärbte Zunge.



Mitte Dezember war nach dem ersten Ausbruch der Krankheit in Baden-Württemberg seit 2009 im Kreis Rastatt eine Sperrzone eingerichtet worden. Die Zone umfasst rund 150 Kilometer um den Ort des Ausbruchs. Aus der Sperrzone dürften Wiederkäuer praktisch nur noch mit gültigem Impfschutz gegen BTV-8 transportiert werden, so das Ministerium.

Inzwischen ist ganz Baden-Württemberg Sperrzone, wie Jürgen Werner vom Landratsamt Lörrach bei einer Versammlung des Landeschafzuchtverbands am Donnerstag in Rheinfelden mitteilte. Das gelte auch für Hessen und Baden-Württemberg. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Blauzungenkrankheit in Richtung Osten ausbreiten werde.