Brüssel will Lohndumping in der EU stoppen

afp

Von afp

Mo, 07. März 2016

Südwest

Vorschlag zum Arbeitsrecht.

BRÜSSEL (wein). Die EU-Kommission will Arbeitnehmer besserstellen, die ins EU-Ausland entsandt werden. Damit will Brüssel auch Lohn- und Sozialdumping zurückdrängen. Die Kommission will ein entsprechendes Konzept am Dienstag vorstellen; es liegt der Badischen Zeitung vor. Entsendet eine Firma einen Mitarbeiter in ein anderes EU-Land, soll vom ersten Tag an das Prinzip gelten: gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort. Die Tarifverträge vor Ort müssten auch auf entsandte Arbeitnehmer angewandt werden. Dies soll nach den Vorstellungen der EU-Kommission für eine Übergangsfrist von maximal zwei Jahren gelten. Danach würden entsandte Arbeitnehmer den einheimischen Arbeitskräften vollständig gleichgestellt – also auch bei Zahlungen in die Kassen der Sozialversicherung. Seit 2010 habe sich die Zahl der Arbeitnehmer, die von ihrem Unternehmen in einen anderen EU-Staat entsandt wurden, um fast 50 Prozent erhöht. Vor allem Osteuropäer stehen immer wieder in der Kritik, in bestimmten Branchen wie der Fleischwirtschaft in Deutschland die Löhne zu drücken. Das Konzept der EU-Kommission dürfte im EU-Parlament und im Ministerrat für heftige Debatten sorgen.