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06. August 2012 16:15 Uhr

Technik

Curiosity: 3D-Kamera vom Bodensee half bei Landung

Der Wegweiser für den Marsrover Curiosity kommt aus Friedrichshafen: Eine europäische Sonde markierte für den auf dem Mars gelandete Roboter den Landepunkt – deren Kameratechnik vom Bodensee stammt.

  1. Der Marsrover Curiosity soll auf dem Mars zwei Jahre lang nach Spuren von Leben suchen. Foto: dapd

Die europäische Sonde "Mars Express" hat für das am Montagmorgen auf dem Mars gelandete Roboterfahrzeug den Landepunkt markiert. Mitgeholfen hat dabei auch die von der Astrium in Friedrichshafen am Bodensee gebaute hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der Sonde, wie Astrium-Sprecher Mathias Pikelj am Montag sagte. Bei der optischen Hilfe ging es vor allem darum, die Landezone von Curiosity genauer zu bestimmen.

Ursprünglich sei der Bereich eine 20 mal 25 Kilometer große Ellipse gewesen, hieß es bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Durch die Kombination von Höhendaten aus der 3D-Kamera, Bilddaten der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter und den Farbinformationen aus den Bilddaten von früheren Missionen konnte die Zielellipse auf 20 mal sieben Kilometer verkleinert werden.

Die teuerste Marsmission aller Zeiten

Der Rover Curiosity soll auf dem Mars zwei Jahre lang nach Spuren von Leben suchen. Es ist die teuerste und technisch ausgefeilteste Mission, die je zum Roten Planeten geschickt worden ist.

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"Es ist nicht die erste Mission, die unsere Kollegen machen", sagte Pikelj. "Aber jeder Flug ist auf seine Art und Weise einzigartig. Wir haben die Landung mitverfolgt – und ich denke, die Mitarbeiter, die unmittelbar an der Mars-Sonde beteiligt waren, sind zufrieden und auch ein bisschen stolz, dass alles so gut funktioniert hat."
Auch andere Raumfahrtexperten in Baden-Württemberg erhoffen sich nun einen Schub für die eigene Branche. "Letztendlich sind es solche Missionen, die den Blickpunkt der Öffentlichkeit auf die Luft- und Raumfahrt lenken", sagte der stellvertretende Leiter des Instituts für Raumfahrtsysteme an der Universität Stuttgart, Stefanos Fasoulas. "Ich erhoffe mir für die Wissenschaft und die Luft- und Raumfahrtingenieure aus Baden-Württemberg einen Motivationsschub für die eigene Tätigkeit."

Die Luft- und Raumfahrtbranche spiele im Südwesten inzwischen eine bedeutende Rolle. "Mittlerweile nimmt man uns auch international wahr", sagte Fasoulas. Rund 45 Prozent der Arbeitsplätze in der deutschen Raumfahrtbranche seien im Südwesten angesiedelt, zudem kämen etwa 60 Prozent der deutschen Raumfahrtingenieure aus Baden-Württemberg. "Wir haben hier in Stuttgart eine der größten Fakultäten für Luft- und Raumfahrt und auch mit dem Raumfahrtzentrum Baden-Württemberg - das europaweit einmalig ist - sind wir sehr gut aufgestellt", sagte Fasoulas. "Spätzle sind eine Sache, aber womit wir wirklich glänzen, ist die Ingenieurskunst."

Raumfahrtindustrie boomt

Baden-Württemberg habe sich mit zahlreichen Unternehmen, die in der Luft- und Raumfahrt tätig sind, zu einem Zentrum der Branche in Deutschland entwickelt, heißt es auch beim Forum Luft- und Raumfahrt Baden-Württemberg. "Mehr als 14.000 Beschäftigte erwirtschaften einen Umsatz von über 4,5 Milliarden Euro", sagte eine Sprecherin. Zudem sei die Luft- und Raumfahrttechnik "Technologieschrittmacher" für viele andere Branchen im Land - ihre Produkte müssen beispielsweise besonders leicht und energieeffizient sein und höchste Zuverlässigkeit bei extremen Umweltbedingungen bieten.

Bundesweit nimmt die Zahl der Beschäftigten in der Raumfahrtindustrie zu: Insgesamt waren laut Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie 2011 rund 7500 Menschen in der Raumfahrtindustrie beschäftigt, ein Plus zum Vorjahr von plus 12,2 Prozent.

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Autor: dpa


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