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27. Januar 2012 04:51 Uhr

Tierseuche

Das Schmallenberg-Virus hat den Südwesten erreicht

Das Schmallenberg-Virus breitet sich aus. Nun gibt es auch einen ersten Fall im Land. Ein Impfstoff soll entwickelt werden. Doch bis jetzt können Kühe, Ziegen und Schafe nur geschützt werden, indem man Stechmücken bekämpft.

  1. Wie verbreitet ist das Virus? Ein Überwachungsprogramm soll Klarheit bringen. Foto: dapd

Das Schmallenberg-Virus, von dem Kühe, Ziegen Und Schafe befallen werden können, ist nun auch in Baden-Württemberg aufgetaucht. Nach Angaben des Stuttgarter Agrarministeriums wurde die Krankheit in einer Hobbyschaf- und Ziegenhaltung im Regierungsbezirk Stuttgart nachgewiesen. Ein Ziegenlamm hatte die für die Erkrankung typischen Missbildungen. Eine Laboruntersuchung bestätigte den Virus.

Auch wenn es im Südwesten der erste Fall ist: "Ich gehe davon aus, dass sich das ausbreiten wird", sagte ein Experte des Ministeriums am Donnerstag. Das Virus sei eine "ernste Gefahr für die Tiergesundheit", für Menschen aber nicht gefährlich.

Die Seuche wird wahrscheinlich von Stechmücken übertragen. Deutschlandweit sind mehr als 50 Betriebe in sechs Bundesländern betroffen: Neben Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein. Nach Angaben des Stuttgarter Agrarministeriums gab es bis Mittwochabend bundesweit 136 Verdachtsfälle, in 66 Fällen sei die Seuche festgestellt worden. Das Virus ist auch in den Niederlanden, Belgien und Großbritannien nachgewiesen worden.

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Das Virus ist nach dem Ort Schmallenberg benannt, in dem der Erreger zuerst nachgewiesen wurde. Es war erstmals im vergangenen Herbst aufgefallen. Befallene erwachsene Tiere haben Symptome wie Fieber, ein schlechteres Allgemeinbefinden und weniger Milch. Charakteristisch ist, dass Muttertiere Aborte mit mumifizierten Föten haben oder lebensschwache und missgebildete Kälber bzw. Lämmer auf die Welt bringen.

Auf Bundesebene wird zurzeit die Einführung der Meldepflicht für die Krankheit vorbereitet. In Baden-Württemberg läuft in diesen Tagen im Rahmen eines bundesweiten Überwachungsprogramms eine Untersuchung der Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände an. Durch Stichproben soll herausgefunden werden, wie verbreitet das Virus ist.

Derzeit können die Tiere nur geschützt werden, wenn Stechmücken bekämpft werden. Das Friedrich-Loeffler-Institut als Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit will aber einen Impfstoff gegen das Virus entwickeln.

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Autor: dpa