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04. März 2016

Kreis Lörrach

Das Ziel heißt Teilausbau der B 317

Die Ost-West-Achsen B 317 und A 98 standen im Zentrum der Visite von Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) in der Region.

  1. Die B 317 ist zunehmend zu einem Nadelöhr im regionalen Straßennetz geworden. Foto: Nikolaus Trenz

SCHOPFHEIM. Die B 317 ist neben der A 98 die Ost-West-Achse der Region. Dem damit verbundenen Verkehrsaufkommen aber ist sie vielerorts nicht mehr gewachsen. Das ist im Berufsverkehr täglich zu erleben. Zumindest zwischen Lörrach und Schopfheim deutet sich nun Bewegung an. Das Land hat da knapp neun Kilometer zum vierspurigen Ausbau für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Er unterstütze das und strebe eine Einstufung an, die mindestens zum Planungsauftrag führe, versicherte Norbert Barthle (CDU), Staatssekretär im Verkehrsministerium, am Donnerstag in Schopfheim.

Die B 317 ist eine Hauptschlagader für den Kreis. Entsprechend be- und überlastet ist die weitgehend auf Plänen der 70er-Jahre basierende Straße inzwischen – zumal das Verkehrsaufkommen mit Eröffnung der "Zollfreien" zwischen Weil und Lörrach und der so möglichen Verbindung nach Basel weiter zugenommen hat. Bereits 2014 wurden auf einzelnen Abschnitten bis zu 23 500 Fahrzeuge am Tag gezählt, weiß Landrätin Marion Dammann. Ein vom CDU-Bundestagsabgeordneten Armin Schuster arrangierter Vor-Ort-Termin mit Landrätin, Bürgermeistern, Fachbereichsleitern und dem Staatssekretär stellte die Brennpunkte nun erneut ins politische Schaufenster. Anlass dafür ist nicht zuletzt die anstehende Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans, dessen Entwurf am 16. März veröffentlich wird, wie Barthle bekräftigte.

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Solche neuralgischen Punkte entlang der B 317 gibt’s fast überall, wie Bruno Schmidt, Bürgermeister in Häg-Ehrsberg, aus Betroffenenperspektive betonte. Das beginnt in Weil, wo die Straße als Stadtumfahrung konzipiert ist, bisher aber am Kreisel vor Otterbach endet. Der bislang zumindest als weiterer Bedarf im Bundesverkehrswegeplan verankerte Durchstich nach Friedlingen aber wurde vom Land gar nicht mehr für die neue Planung angemeldet und was die CDU-Politiker mehr als irritiert, wie sie bekundeten. Auch in Lörrach klemmt’s an der B 317 im wahrsten Sinn des Wortes an allen Ecken, insbesondere an der Autobahnschlussstelle Lörrach-Mitte ("Hasenloch"), die notorisch überlastet ist. Im Grunde gilt das aber für alle Knotenpunkte in der Stadt und darüber hinaus – vom Kreisel in Steinen bis nach Schopfheim-Ost, wie die Bürgermeister Christoph Nitz und Jürgen Multner skizzierten. Hier brauche es jeweils "kreuzungsfreie Anbindungen", forderte Nitz. In Hausen trennt die B 317 Ort und S-Bahn-Haltestelle, was immer wieder für Staus sorgt. In Zell-Atzenbach, Schönau und Todtnau schließlich verläuft sie nach wie vor durch die Zentren mit allen negativen Folgen – von Staus und Lärm bis zu Sicherheitsrisiken, klagte Zells Bürgermeister Rudolf Rümmele.

Lösungsansätze für die vielfältigen Probleme hatte Barthle indes nur bedingt auf dem "Sprechzettel", wie er die Vorlage aus dem Ministerium nannte. Tatsächlich sei vom Land nur der Abschnitt zwischen Lörrach und Schopfheim für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet und auch da nur der Abschnitt zwischen "Hasenloch" und dem Knoten Schopfheim-West/Maulburg-Ost. Auf dem Teilstück ließen sich – vorgesetzt es werde entsprechend eingestuft – bis 2030 dann aber alle benannten Problempunkte entschärfen, gegebenenfalls sogar in vorgezogenen Verfahren, so der Staatssekretär auf Nachfrage von Jürgen Multner, schließlich sei der neue Bundesverkehrswegplan kein Wunschzettel mehr, sondern mit einer echten Finanzierung verbunden.

Östlich wie westlich des potenziellen Ausbaus aber gäbe die Planung auf absehbare Zeit keine Lösungen seitens des Bundes her. Zwar seien gegebenenfalls Verlängerungen des Ausbaus zur nächsten Anschlussstelle denkbar, etwa zum problematischen Knotenpunkt Schopfheim-Mitte. Für alles Weitere aber müsse zunächst das Land eine Planung erarbeiten, da aber tue sich das grün-rote Baden-Württemberg nicht durch Engagement hervor. Es brauche daher sowohl in Lörrach wie östlich Schopfheims weitere "flankierende Maßnahmen", mahnte Rümmele. Darüber gelte es, im Gespräch zu bleiben und das Land ins Boot zu holen. Auch darin war sich die Runde am Ende einig.

Autor: Michael Baas