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13. Februar 2010
Der Lösungsweg ist das Ziel
An der PH Freiburg startet ein Projekt, das den Matheunterricht europaweit verbessern soll.
FREIBURG. Mathematik ist noch immer eines der unbeliebtesten Schulfächer in Deutschland. Trocken, lebensfremd und abstrakt – so lauten oft die Adjektive, mit denen der Unterricht beschrieben wird. An der PH Freiburg wurde jetzt das europaweite Forschungsprojekt "Primas" eröffnet, das solche Vorurteile abbauen soll.
Es ist eines von vier Projekten, die vom 7. EU-Forschungsrahmenprogramm gefördert werden. Das Konzept hat sich in einem Wettbewerb gegen 130 andere Vorschläge durchgesetzt und wird von der EU mit drei Millionen Euro gefördert.
"Ziel von Primas ist es, die Unterrichtskultur in Mathematik zu verändern und Möglichkeiten, wie das erfolgen kann, zu erforschen", sagt Katja Maaß, die Leiterin des Projekts. Bisher seien die Lehrkonzepte häufig zu stark an Wissensvermittlung und der Lösung abstrakter Aufgaben orientiert. Das entspreche weder dem Charakter des Faches, noch wecke es die Begeisterung der Schüler. Alltagsbezug und Problemlösungskompetenz sind die Schlagworte, die mit gutem Matheunterricht verbunden sein sollten, sagt Maaß.
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An den Aufgaben sollen die Schüler erkennen, wo sie den Stoff im Leben brauchen können und lernen, eigene Wege zu gehen, um ein Problem zu lösen. Lehrer sind da nur Moderatoren. "Sie sollen den Schülern Hilfestellungen geben, ohne ihnen zu zeigen wie es geht. Später steht der Lehrer ja auch nicht dabei", sagt Katja Maaß. Nur das Grundwissen soll in erklärendem Unterricht vermitteln werden.
Diese Kombination aus offenem und traditionellem Unterricht macht den Schülern mehr Spaß und steigert ihre Leistungen. Das haben Forschungen längst bestätigt und das Unterrichtsmaterial dafür ist auch schon lange vorhanden. Etablieren konnten sich die Methoden bis heute nicht. Die Lehrer sind oft noch zu sehr in ihren alten Mustern gefangen und zu sehr mit anderen Aufgaben beschäftigt um sich das anzueignen.
An diesem Punkt setzt die Arbeit von Primas an. An 14 Hochschulen in zwölf europäischen Ländern werden Konzepte entwickelt, um das gesamte Umfeld des Bildungssystems so zu verändern, dass Freiraum für die neuen Methoden entsteht. Neues Unterrichtsmaterial wird im Projekt zwar auch erarbeitet, in erster Linie geht es aber um die Aus- und Fortbildung der Lehrer. In Zusammenarbeit mit den Bildungsbehörden gibt es für sie Seminare.
"Es reicht nicht, dass die Lehrenden mit den Kompetenzen ausgestattet werden", sagt Katja Maaß. Das Umdenken muss alle erfassen, auch die Eltern. Moderne Lehrmethoden sind für sie oft noch ungewohnt. Sie orientieren sich zu sehr an ihren eigenen Erfahrungen und haben Angst vor schwächeren Leistungen ihrer Schützlinge. Das versteht sich eher schlecht mit den alternativen Ansätzen. Deshalb ist eine zweite Säule der Projekts die Zusammenarbeit mit den Eltern.
Sie sollen lernen, dass man Mathematik nicht zu sehr an Ergebnissen orientieren darf. Der Lösungsprozess ist wichtig. "Man muss auch Irrwege gehen, erst dann versteht man die Zusammenhänge", sagt Katja Maaß.
Autor: Benjamin Büchner
