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31. August 2009 00:10 Uhr
Karlsruhe
Deutsche Meisterschaften im Hunde-Frisbee
Erst die Weltmeisterschaft im Sensenmähen, nun die deutschen Titelkämpfe im Hunde-Frisbee: Wieder haben sich die Anhänger einer, nunja, exotischen Sportart getroffen.
KARLSRUHE. Nina ist hochkonzentriert: Keine Sekunde lässt die ungarische Straßenhündin den lilafarbenen Frisbee aus den Augen. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Scheibe zu fangen und zu ihrem Frauchen zurückzubringen. Aber heute ist das nicht so einfach: Der Wind weht, und der Frisbee wechselt ständig die Richtung. Nina gibt nicht auf. Als die Scheibe an Höhe verliert, gibt sie Gas und hüpft im entscheidenden Moment hoch. Und es klappt: Der Frisbee landet in ihrem Maul.
Samstagvormittag auf dem Gelände des Sport- und Schwimmclubs Karlsruhe. 80 Hundebesitzer aus ganz Europa sind mit ihren Tieren gekommen, um an der Deutschen Meisterschaft im Hunde-Frisbee teilzunehmen, die hier zum zehnten Mal stattfindet. "Throw and Catch" und "Freestyle" lauten dabei die beiden Disziplinen, in denen sich die Tiere und ihre Besitzer mit speziellen Frisbeescheiben beweisen müssen. Als Preise winken Belohnungen für die Vierbeiner: ein Frisbee, Hundekekse und ein Halsband.
Doch der Gedanke an den Sieg ist sekundär. "Wir wollen hier in erster Linie eine Riesenparty veranstalten", sagt Organisator Jochen Schleicher. Er hat Hunde-Frisbee vor zehn Jahren nach Deutschland gebracht. In den USA, wo auch die Weltmeisterschaft stattfindet, ist der Sport seit 30 Jahren beliebt. "Ich bin dazu gekommen, als mir mein damaliger Hund immer die Scheibe klaute", erzählt Schleicher. Das ist 15 Jahre her, doch noch heute ist die Meisterschaft nach diesem Hund benannt: Butch Cassidy Cup. Schleicher hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Er veranstaltet Shows und Seminare, in denen er Interessierten zeigt, worauf beim Hunde-Frisbee zu achten ist.
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DIE JUROREN SIND AUS DEN USA GEKOMMEN
"Noch nie war der Andrang so groß wie dieses Jahr", sagt Schleicher über das Treffen in Karlsruhe. Unter den 80 Teilnehmern ist auch Matteo Gaddoni aus Bologna. Im Team mit seinem Hund "Spike" tritt er das erste Mal auf, hat aber schon große Pläne für die Zukunft: "Ich will Hunde-Frisbee in Italien etablieren." Auch Wilmer Kuiper aus dem niederländischen Twente plant in seiner Heimat ein Hunde-Frisbeetreffen. Mit seinem Hund "Chess" hat er sich vergangenes Jahr für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Jetzt will er schauen, wie es in Karlsruhe läuft. Auf dem Gelände herrscht reges Treiben. Hunde rennen oder dösen, einige jaulen voller Vorfreude auf das Spiel. Beurteilt werden die Teilnehmer von zwei Juroren, die extra aus den USA gekommen sind. Einer ist Ed Jakubowski, Hunde-Frisbee schon seit 32 Jahren betreibt. "Seit meiner Pensionierung kann ich mich voll und ganz darauf konzentrieren", erzählt er. Erst nach der finalen Runde am Sonntag stehen die Gewinner fest. Doch bei allem, betont Schleicher noch einmal, steht der Spaß im Vordergrund: "Wichtig ist, dass man auf seinen Hund eingeht. Dann entsteht ein Miteinander, bei dem man alles drum herum vergisst."
Autor: Hanna Nickel


