Pannenreaktor

Die Schließung des Akw Fessenheim wird konkreter

amp/dpa

Von Wulf Rüskamp & dpa

Mi, 28. März 2018 um 23:15 Uhr

Südwest

5000 Menschen arbeiten im Akw Fessenheim oder dessen Umfeld. Wie geht es für sie nach der geplanten Schließung weiter? Jetzt hat Paris einen Sonderbeauftragten berufen. Auch auf deutscher Seite werden Weichen gestellt.

Das Atomkraftwerk Fessenheim soll Ende 2018, Anfang 2019, schließen. In Paris ist ein Sonderbeauftragter berufen worden, der sich um die Zukunft der Region um das Akw Fessenheim nach dessen Abschaltung kümmern soll. Dem entspricht, dass auf deutscher Seite das Regierungspräsidium Freiburg einen Runden Tisch mit Vertretern der Wirtschaft und der Kommunalpolitik veranstaltet hat, bei dem es um die deutsche Rolle in einem "Zukunftsprozess Fessenheim" ging.

Ein 200 Hektar großes deutsch-französisches Industriegebiet

Vor kurzem hatte Brigitte Klinkert, Präsidentin des Départements Haut-Rhin, ein Konzept vorgestellt, wie für die 5000 Menschen, die heute im Akw und dessen Umfeld arbeiten, neue Arbeitsplätze entstehen könnten: ein 200 Hektar großes deutsch-französisches Industriegebiet nördlich von Fessenheim, dazu ein trinationales Forschungszentrum. Der Pariser Umweltstaatssekretär Sébastien Lecornu hatte bereits im Januar ein eigenes Komitee ins Leben gerufen, in dem Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik die Zukunft Fessenheims beraten.

Dieser und anderer Pläne soll sich nun von Paris aus David Coste annehmen, bisher Beamter in der Kontrollbehörde der französischen Verwaltung. Wie der Ministerrat in Paris mitteilte, soll Coste sein Amt am 9. April antreten und künftig mit verschiedenen Ministerien zusammenarbeiten. Am Beispiel von Fessenheim solle für die Zukunft zudem ein fester Rahmen für die Schließung von Atomkraftwerken erarbeitet werden, sagte Frankreichs Umweltminister Nicolas Hulot am Mittwoch einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP zufolge.



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